Eine Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Operationsteam konzentriert bei einer OP

Besondere Operations­techniken der Martini-Klinik

Die potenzerhaltende Entnahme der Prostata und die vollständige Schonung des Harnröhrenschließmuskels sind das Ziel jeder radikalen Prostatektomie. Die Erreichung dieses Ziels ist ein besonderer Schwerpunkt der Martini-Klinik. Durch spezielle Operationstechniken bleiben Kontinenz und Potenz in den meisten Fällen auf dem Niveau von vor dem Eingriff.

Die Operationstechniken werden bei beiden Operationsmethoden angewandt, sowohl bei der klassischen offenen Operation, als auch bei der roboterassistierten Operation - zum Beispiel mit dem da Vinci-System.

Erhaltung der Kontinenz durch spezielle Harnröhrenpräperation

Inkontinenz ist die gefürchtetste Begleiterscheinung, die nach der radikalen Prostatektomie auftreten kann. Um diese zu vermeiden, haben wir die FFLU-Operationstechnik (Full-Functional-Length-Uretha) entwickelt, mit der die Funktionstüchtigkeit des Harnröhrenschließmuskels komplett erhalten bleiben kann. Dabei wird die Harnröhre so präpariert, dass der Schließmuskel vollständig, in kompletter funktioneller Länge erhalten bleibt und seine anatomisch einwandfreie Lage im Beckenboden rekonstruiert wird. 

Durch dieses Verfahren kann eine signifikante Verbesserung der Frühkontinenz erzielt werden und ein Großteil der Patienten erlangt schon kurz nach der Operation die Kontrolle über ihre Blase vollständig zurück. 

Martini-Klinik

Durch dieses Thema begleitet Sie

Dr. Uwe Michl
Mitglied der Faculty

Martini-Klinik

Animation Operations­verfahren

Wie wird die Prostata entfernt? Und wie werden Kontinenz und Potenz wenn onkologisch möglich, erhalten. Ein kurzer Erklärfilm.

4.08 Minuten

Erhaltung der Potenz durch intraoperativen Schnellschnitt

Die Prostata ist unmittelbar von wichtigem funktionellem Nervengewebe umgeben. Dieses feine Nervengeflecht steuert die Erektion und ist somit auch für den Erhalt der Potenz notwendig. Kann man diese feine Gefäß-/ Nervenstruktur während der Operation schonen, indem sie vorsichtig Millimeter für Millimeter von der Prostata gelöst wird, bleibt in den überwiegenden Fällen auch die Erektionsfähigkeit erhalten. 

Zurzeit gibt es noch kein Verfahren, das vor der Operation diese für die Therapie entscheidenden Informationen mit einer Genauigkeit liefern kann, die unseren Ansprüchen an die Sicherheit des Patienten gerecht wird. In keinem Falle ist es mit dem bloßen Auge möglich, eine Tumorausbreitung in die Gefäß-Nerven-Stränge zweifelsfrei zu erkennen.

Schnellschnitt die Martini-Klinik NeuroSAFE-Technik

Um nervschonend und somit potenzerhaltend zu operieren, hat die Martini-Klinik ein Verfahren für die vollflächige Untersuchung der Kontaktflächen der entnommenen Prostata zum Gefäß-Nerven-Geflecht entwickelt, das noch während der Operation eine Entscheidungshilfe bietet: den sogenannten intraoperativen Schnellschnitt, die NeuroSAFE-Technik. Ist die Prostata entnommen, schneidet der Operateur im Operationssaal die Seitenränder des Organs ab. Diese werden umgehend im auf Prostatakrebs spezialisierten Institut für Pathologie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mikroskopisch untersucht. Etwa 30 Minuten später teilt der Pathologe dem Operateur das Ergebnis telefonisch mit. Sind die untersuchten Seitenränder der Prostata tumorfrei, können die Gefäß-Nerven-Stränge erhalten werden. Werden Krebszellen am Schnittrand nachgewiesen, müssen Teile des betroffenen Gefäß-Nerven-Strangs während der laufenden Operation zugunsten der Tumorheilung entfernt werden. Dank der NeuroSAFE-Technik wird tatsächlich nur das wirklich vom Tumor betroffene Nervengewebe entfernt. Gesundes Nervengewebe kann sicher geschont werden. 

Über 98 % aller organbegrenzten Tumoren werden in der Martini-Klinik mit Hilfe der NeuroSAFE-Technik nervschonend operiert – ein Wert, den kaum eine andere Klinik weltweit erreicht.

Dank des Schnellschnitts kann eine in der Diagnostik unentdeckte Tumorausbreitung über die Prostatakapsel hinaus während der OP entdeckt und das betroffene Gewebe entfernt werden. 

Prof. Dr. Markus Graefen

Welche besonderen Operationstechniken gibt es bei Prostatakrebs?

Die potenzerhaltende Entnahme der Prostata und die vollständige Schonung des Harnröhrenschließmuskels sind das Ziel jeder radikalen Prostatektomie. Die Erreichung dieses Ziels ist ein besonderer Schwerpunkt der Martini-Klinik. Durch spezielle Operationstechniken bleiben Kontinenz und Potenz in den meisten Fällen auf dem Niveau von vor dem Eingriff.