Eine Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Ein Paar geht händehaltend am Strand entlang

Fakten zählen: Einzigartiges Wissen über Therapieerfolge

Fakten geben Halt. Besonders in der Phase zwischen Diagnose und Therapie, in der Unsicherheiten die zu treffenden Entscheidungen begleiten, können Zahlen einen Ausblick geben. An dieser Stelle möchten wir Ihnen unsere dokumentierten Behandlungsergebnisse vorstellen.

Überall dort, wo Behandlungsergebnisse gemessen werden, verbessert sich die Qualität dramatisch. Leider ist die konsequente Ergebnismessung immer noch die Ausnahme.

Michael E. Porter
Wirtschaftswissenschaftler an der Harvard-Universität, Cambridge, USA

Eine dieser Ausnahmen ist die Martini-Klinik. Hier werden die Behandlungsergebnisse akribisch erfasst und in der Forschung sowie von allen Operateuren zur Reflektion ihrer persönlichen Operationsergebnisse in Hinblick auf Kontinenz und Potenz ausgewertet. Normalerweise erfahren Operateure nicht die Resultate ihrer Behandlung, da die Nachsorge überwiegend in den Praxen der niedergelassenen Kollegen erfolgt.

Martini-Klinik

Durch dieses Thema begleitet Sie

Dr. Uwe Michl
Mitglied der Faculty

Martini-Klinik

Improving the treatment

Highly specialized, empathetic and scoring high in outcome quality: Our Prostate Cancer Center.

05.24 minutes

Wir erhalten die Informationen von unseren ehemaligen Patienten, die wir einmal pro Jahr bezüglich ihrer Lebensqualität befragen. Mittlerweile korrespondieren wir Jahr für Jahr mit mehr als 34.000 ehemaligen Patienten. 

Die Ergebnisse zu den Heilungsraten und zur Lebensqualität wurden und werden kontinuierlich aktualisiert, um unsere Patienten über die jeweils aktuellen Erfolgsraten der unterschiedlichen Therapien zu informieren. Als wissenschaftlich arbeitende Klinik ermitteln wir aber auch weitere Daten und interessante Statistiken, die wir Ihnen auf einer Seite zusammengestellt haben.

Da die Entwicklung der klinischen und pathologischen Daten ein permanent fortschreitender Prozess ist, sind die Ergebnisse dynamisch und können in späteren Auswertungen von den aktuellen Ergebnissen abweichen.

Unvergleichlich ... nicht ganz

Wir messen unsere Ergebnisse seit 1991. Doch leider gibt es selten Daten anderer Organisationen, mit denen wir uns messen und vergleichen können. Deshalb waren wir froh, dass 2012 die Barmer Krankenkasse die Daten all ihrer Prostatakrebspatienten veröffentlicht hat. Dies sind die vergleichbaren Zahlen:

Auschnitt Ergebnisse nach OP Zahlen der Martini Klinik

* volle Kontinenz wird definiert als: null Vorlagen bzw. eine Vorlage zur Sicherheit
** mehr als 5 Vorlagen am Tag
***   einschließlich Patienten, die bereits vor der OP eine Potenzschwäche aufwiesen

Quelle: BARMER GEK Krankenhaus Bericht 2012, Martini-Klinik Datenbank
Veröffentlicht in "Case Study: Martini Klinik: Prostate Cancer Care"  by Michael E. Porter, Jens Deerberg-Wittram, Clifford Marks, Harvard Business School

Wie groß ist die Chance auf Heilung?

Für Sie als Patient bedeutet Heilung die komplette Entfernung des Prostatakrebses durch eine Operation oder die komplette Abtötung desselben durch eine strahlentherapeutische Behandlung. Die Lebensqualität sollte dabei durch die Therapie möglichst wenig beeinflusst werden. 

Als geheilt gilt der Patient üblicherweise, wenn er mindestens fünf Jahre nach dem Eingriff keinen Prostatakrebs-Rückfall (auch „Rezidiv“ genannt) erlitten hat. Dieses kann nach erfolgter Prostatakrebs-Therapie gut über den PSA-Wert kontrolliert werden. Weitere apparative Verfahren (MRT, CT, Knochenszintigramm) können je nach Verlauf zum Einsatz kommen.

Die Resultate, die Ihnen hier vorgestellt werden, sind das Ergebnis von über zwei Jahrzehnten fortgesetzter klinischer Qualitätskontrolle. Die Ärzte der Martini-Klinik möchten daher von ihren Patienten nach dem Aufenthalt bei uns gern wissen, wie es den Männern geht, wie sich ihre Lebensqualität nach der Therapie entwickelt hat und ob sie vom Krebs geheilt werden konnten. Neben dem Interesse am Wohlbefinden des Patienten, auch Jahre nach seinem Eingriff in der Martini-Klinik, können so Schlüsse gezogen werden, wie die Heilungs- und Lebensqualitätschancen für künftige Patienten sind.

Fakten zur biochemischen Rezidivfreiheit

Nach der kompletten Entfernung der Prostata durch eine radikale Prostatektomie sinkt der PSA-Wert normalerweise auf Null, da kein Gewebe mehr vorhanden ist, das das Prostataspezifische Antigen (PSA) produziert. Ist nach der Operation jedoch wieder ein PSA-Wert über 0,2 ng/ml nachweisbar, ist das ein Hinweis auf eine wieder auftretende Tumoraktivität. Dies wird als biochemisches Rezidiv bezeichnet. Ein biochemisches Rezidiv ist nicht automatisch lebensbedrohend. Es kann bedeuten, dass eine weitere Therapie wie eine Nachbestrahlung oder Hormontherapie notwendig ist. 

Auschnitt Gesundheit nach 10 Jahren Martini Klinik Zahlen
Martini Klinik Gesundheit nach 10 Jahren Verlauf Grafik

Die Abbildungen zeigen die biochemische Rezidivfreiheit nach einer Prostatektomie.   Quelle: Isbarn, H., et al. (2009)

Biochemische Rezidivfreiheit nach einer Strahlentherapie

Rezidive sind schwerer zu erkennen als nach einer operativen Therapie.

Auch nach einer Strahlentherapie, einer HDR- oder LDR-Brachytherapie ist der PSA-Wert der wichtigste Marker für die Einschätzung der Heilung. Die Aussagekraft eines PSA-Wertes nach strahlentherapeutischen Therapieverfahren ist allerdings eine andere. Ein echter „Null-Wert“, wie er im Falle einer kompletten Entfernung der Prostata auftritt, ist nicht üblich, da die Prostata und damit PSA-produzierendes Gewebe im Körper bleibt. Rezidive sind daher schwerer zu erkennen als nach einer operativen Therapie. Dennoch verläuft die Heilung nach einer Brachytherapie langfristig ähnlich wie nach der vollständigen Entfernung der Prostata. Auch bei den strahlentherapeutischen Behandlungsmethoden hängt die Heilungsrate davon ab, wie früh der Tumor erkannt wurde: Je früher, desto höher ist auch nach einer Brachytherapie die Heilungsrate.

Noch mehr Fakten zum krankheitsspezifischen Überleben

Entscheidend für Sie als Patient ist letztendlich das krankheitsspezifische Überleben: Wie groß ist die Chance, die Prostatakrebserkrankung zu überleben? Hierzu hat PD Dr. Hendrik Isbarn noch einmal vier Jahre später Zahlen unserer Klinik ausgewertet, die die Tendenz der Zahlen in der oberen Grafik bestätigen. Im Prinzip belegen auch die aktuellsten Daten diese Zahlen.

  • War der Tumor auf die Prostata begrenzt (pT2) oder "nur" über die Prostata hinausgewachsen (pT3a), überlebten mehr als 98 % der Männer nach zehn Jahren die Erkrankung
  • Hatten Krebszellen bereits die Samenblasen (pT3b) oder die Umgebung (pT4) der Prostata befallen, waren es 87 bzw. 77 %.
  • Waren die Lymphknoten betroffen (pN+), überlebten 81% unserer Patienten.
  • Bei einem präoperativen PSA-Wert > 20 ng/mL lag das krankheitsspezifische Überleben bei 93%.
  • Wurde präoperativ ein Gleason-Score von 8 oder mehr überlebten 70% der Patienten.

Ergebnisse der radikalen Prostatektomie beim neu diagnostizierten Prostatakarzinom
2013 / Deutsches Ärzteblatt: Überlebensraten bei lokal fortgeschrittenen und Hochrisikokarzinomen im Langzeitverlauf


Weitere Informationen

Fakten zur Erhaltung zu Kontinenz und Potenz

Welches ist gut bei Prostatakrebs?

Überall dort, wo Behandlungsergebnisse gemessen werden, verbessert sich die Qualität dramatisch. Leider ist die konsequente Ergebnismessung immer noch die Ausnahme, sagt Michael E. Porter, Wirtschaftswissenschaftler an der Harvard-Universität, Cambridge, USA. Eine dieser Ausnahmen ist die Martini-Klinik. Hier werden die Behandlungsergebnisse akribisch erfasst und in der Forschung sowie von allen Operateuren zur Reflektion ihrer persönlichen Operationsergebnisse in Hinblick auf Kontinenz und Potenz ausgewertet. Leider gibt es selten Daten anderer Organisationen, mit denen sich die Klinik messen und vergleichen kann. Doch ein paar vergleichbaren Zahlen wurden gefunden.