Eine Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Vom 24.06.2024 bis 01.07.2024 zieht unsere Klinik in ein neues Gebäude. In diesem Zeitraum sind wir nur eingeschränkt erreichbar. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ein Paar geht händehaltend am Strand entlang

Fakten zählen: Einzigartiges Wissen über Therapieerfolge

Fakten geben Halt. Besonders in der Phase zwischen Diagnose und Therapie, in der Unsicherheiten die zu treffenden Entscheidungen begleiten, können Zahlen einen Ausblick geben. An dieser Stelle möchten wir Ihnen unsere dokumentierten Behandlungsergebnisse vorstellen.

Überall dort, wo Behandlungsergebnisse gemessen werden, verbessert sich die Qualität dramatisch. Leider ist die konsequente Ergebnismessung immer noch die Ausnahme.

Michael E. Porter
Wirtschaftswissenschaftler an der Harvard-Universität, Cambridge, USA

Eine dieser Ausnahmen ist die Martini-Klinik

Hier werden die Behandlungsergebnisse akribisch erfasst und in der Forschung sowie von allen Operateuren zur Reflektion ihrer persönlichen Operationsergebnisse vor allem in Hinblick auf Kontinenz und Potenz ausgewertet. Normalerweise kennen Operateure die Resultate ihrer Behandlung nicht, da die Nachsorge überwiegend in den Praxen der niedergelassenen Kollegen erfolgt.

Martini-Klinik

Ihr Ansprechpartner

PD Dr. Felix Preisser
Oberarzt

Privatsprechstunde
+49 (0)40 7410-51300

Ihre Fragen sind willkommen
info(at)martini-klinik.de

Martini-Klinik

Improving the treatment

Highly specialized, empathetic and scoring high in outcome quality: Our Prostate Cancer Center.

05.24 minutes

Wir erhalten die Informationen von unseren ehemaligen Patienten, die wir einmal pro Jahr bezüglich ihrer Lebensqualität befragen. Mittlerweile korrespondieren wir Jahr für Jahr mit mehr als 40.000 ehemaligen Patienten. 

Die Ergebnisse zu den Heilungsraten und zur Lebensqualität wurden und werden kontinuierlich aktualisiert, um unsere Patienten über die jeweils aktuellen Erfolgsraten der unterschiedlichen Therapien zu informieren. Als wissenschaftlich arbeitende Klinik ermitteln wir aber auch weitere Daten und interessante Statistiken, die wir Ihnen auf einer Seite zusammengestellt haben.

Da die Entwicklung der klinischen und pathologischen Daten ein permanent fortschreitender Prozess ist, sind die Ergebnisse dynamisch und können in späteren Auswertungen von den aktuellen Ergebnissen abweichen.

Unvergleichlich ... nicht ganz

Wir messen unsere Ergebnisse seit 1991. Doch leider gibt es selten Daten anderer Organisationen, mit denen wir uns messen und vergleichen können. Deshalb waren wir froh, dass 2012 die Barmer Krankenkasse die Daten all ihrer Prostatakrebspatienten veröffentlicht hat. Dies sind die vergleichbaren Zahlen:

Auschnitt Ergebnisse nach OP Zahlen der Martini Klinik

* volle Kontinenz wird definiert als: null Vorlagen bzw. eine Vorlage zur Sicherheit
** mehr als 5 Vorlagen am Tag
***   einschließlich Patienten, die bereits vor der OP eine Potenzschwäche aufwiesen

Quelle: BARMER GEK Krankenhaus Bericht 2012, Martini-Klinik Datenbank
Veröffentlicht in "Case Study: Martini Klinik: Prostate Cancer Care"  by Michael E. Porter, Jens Deerberg-Wittram, Clifford Marks, Harvard Business School

Wie groß ist die Chance auf Heilung?

Für Sie als Patient bedeutet Heilung die komplette Entfernung des Prostatakrebses durch eine Operation oder die komplette Abtötung desselben durch eine strahlentherapeutische Behandlung. Die Lebensqualität sollte dabei durch die Therapie möglichst wenig beeinflusst werden. 

Als geheilt gilt der Patient üblicherweise, wenn er mindestens fünf Jahre nach dem Eingriff keinen Prostatakrebs-Rückfall (auch „Rezidiv“ genannt) erlitten hat. Dieses kann nach erfolgter Prostatakrebs-Therapie gut über den PSA-Wert kontrolliert werden. Weitere apparative Verfahren wie zum Beispiel eine MRT oder PSMA-PET/CT können je nach Verlauf zum Einsatz kommen.

Die Resultate, die Ihnen hier vorgestellt werden, sind das Ergebnis von über zwei Jahrzehnten fortgesetzter klinischer Qualitätskontrolle. Die Ärzte der Martini-Klinik möchten daher von ihren Patienten nach dem Aufenthalt bei uns gern wissen, wie es den Männern geht, wie sich ihre Lebensqualität nach der Therapie entwickelt hat und ob sie vom Krebs geheilt werden konnten. Neben dem Interesse am Wohlbefinden unserer Patienten, auch Jahre nach dem Eingriff in der Martini-Klinik, können so Rückschlüsse gezogen werden, wie die Heilungs- und Lebensqualitätschancen für künftige Patienten sind.

Fakten zur biochemischen Rezidivfreiheit

Nach der kompletten Entfernung der Prostata durch eine radikale Prostatektomie sinkt der PSA-Wert normalerweise gegen Null, da kein Prostatagewebe mehr vorhanden ist, das noch Prostataspezifische Antigen (PSA) produziert. Ist nach der Operation jedoch weiterhin ein PSA-Wert nachweisbar oder steigt der PSA-Wert wieder an, ist das ein Hinweis auf eine wieder auftretende Tumoraktivität. Bei einem PSA-Wert über 0,2 ng/ml nach der Operation, wird dies als sogenanntes biochemisches Rezidiv bezeichnet. Ein biochemisches Rezidiv ist nicht automatisch lebensbedrohend. Es kann jedoch bedeuten, dass eine weitere Therapie wie eine Nachbestrahlung oder Hormontherapie notwendig ist.

Gesundheit unserer Patienten nach 10 Jahren

Krankheitsspezifisches Überleben
Biochemische Rezidivfreiheit  
pT2 Tumor auf die Prostata begrenzt 87% 98%
pT3a Tumor infiltriert die Kapsel 53% 98%
pT3b Tumor infiltriert die Samenblasen 28% 87%
pT4 Tumor infiltriert benachbarte Strukturen/Organe 6% 77%
TNM-Klassifizierung in der Übersicht
Martini Klinik Gesundheit nach 10 Jahren Verlauf Grafik

Die Abbildungen zeigen die biochemische Rezidivfreiheit nach einer Prostatektomie.   Quelle: Isbarn, H., et al. (2009)

Biochemische Rezidivfreiheit nach einer Strahlentherapie

Rezidive sind schwerer zu erkennen als nach einer operativen Therapie.

Auch nach einer Strahlentherapie, einer HDR- oder LDR-Brachytherapie ist der PSA-Wert der wichtigste Marker für die Einschätzung der Heilung. Die Aussagekraft eines PSA-Wertes nach strahlentherapeutischen Therapieverfahren ist allerdings eine andere. Ein echter „Null-Wert“, wie er im Falle der kompletten Entfernung der Prostata auftritt, ist nicht üblich, da die Prostata und damit PSA-produzierendes Gewebe im Körper verbleibt. Rezidive sind daher schwerer zu erkennen als nach einer operativen Therapie. Dennoch verläuft die Heilung nach einer Brachytherapie langfristig ähnlich wie nach der vollständigen Entfernung der Prostata. Auch bei den strahlentherapeutischen Behandlungsmethoden hängt die Heilungsrate davon ab, wie früh der Tumor erkannt wurde: Je früher, desto höher ist auch nach einer Brachytherapie die Heilungsrate.

Noch mehr Fakten zum krankheitsspezifischen Überleben

Entscheidend für Sie als Patient ist letztendlich das krankheitsspezifische Überleben: Wie groß ist die Chance, die Prostatakrebserkrankung zu überleben? Hierzu haben wir die Zahlen unserer Klinik zwanzig Jahre nach der Operation ausgewertet, die die Tendenz der Zahlen in der oberen Grafik bestätigen. Im Prinzip belegen auch die aktuellsten Daten diese Zahlen.

  • War der Tumor auf die Prostata begrenzt (pT2) überlebten mehr als 92 % der Männer nach zwanzig Jahren die Erkrankung
  • War der Tumor ist über die Prostata hinausgewachsen (pT3a), hat aber nicht die Samenblase erreicht, überlebten mehr als 87 % der Männer nach zwanzig Jahren 
  • Hatten Krebszellen bereits die Samenblasen (pT3b) befallen, waren es 69 %.
  • Bei dem Vorliegen eines Mittelrisiko Tumors nach Definition der NCCN Richtlinien, lag das krankheitsspezifische Überleben ebenfalls bei 83 %.
  • Lag präoperativ ein Tumor vom hohen oder sehr hohen Risikotyp nach Definition der NCCN Richtlinien vor überlebten 70 % bzw. 61 % der Patienten.
  • Waren bereits ein oder zwei Lymphknoten betroffen (pN+), überlebten 83% unserer Patienten nach zehn Jahren.
  • Quelle: Radical prostatectomy for localized prostate cancer: 20-year oncological outcomes from a German high-volume center
    Dezember 2021 Urologic Oncology 

Weitere Informationen

Fakten zur Erhaltung zu Kontinenz und Potenz

Welches ist gut bei Prostatakrebs?

Überall dort, wo Behandlungsergebnisse gemessen werden, verbessert sich die Qualität dramatisch. Leider ist die konsequente Ergebnismessung immer noch die Ausnahme, sagt Michael E. Porter, Wirtschaftswissenschaftler an der Harvard-Universität, Cambridge, USA. Eine dieser Ausnahmen ist die Martini-Klinik. Hier werden die Behandlungsergebnisse akribisch erfasst und in der Forschung sowie von allen Operateuren zur Reflektion ihrer persönlichen Operationsergebnisse in Hinblick auf Kontinenz und Potenz ausgewertet. Leider gibt es selten Daten anderer Organisationen, mit denen sich die Klinik messen und vergleichen kann. Doch ein paar vergleichbaren Zahlen wurden gefunden.