Eine Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Eine Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Ein Paar geht händehaltend am Strand entlang

Fakten zur Kontinenz und Potenz nach einer Prostatektomie

Kontinenz

Das nach dem Aspekt der Heilung wichtigste Anliegen der Patienten nach einer Prostatakrebsbehandlung ist, dass die Kontinenz erhalten bleiben kann. Natürlich spielen das Alter des Patienten, mögliche Begleiterkrankungen und die Art der Nerverhaltung – an einer Seite oder an beiden Seiten der Prostata – eine Rolle. Doch entscheidend für den Erhalt der Kontinenz ist es, dass die Harnröhre so präpariert wird, dass der Schließmuskel in kompletter funktioneller Länge erhalten bleibt und seine anatomische einwandfreie Lage im Beckenboden rekonstruiert wird. Dafür haben wir in der Martini-Klinik die FFLU-Operationstechnik (Full-Functional-Length-Urethra) entwickelt, eine spezielle Schnitttechnik die darauf abzielt, den Schließmuskel der Harnröhre und dessen Funktion vollständig zu erhalten. Diese spezielle Operationstechnik wird bei beiden in unserer Klinik eingesetzten angewendet, sowohl bei der klassischen offenen Operation, als auch bei der roboterassistierten Operation. Bezüglich der Kontinenzrate ergibt sich langfristig zwischen den beiden Operationstechniken, offen und roboter-assistiert, kein statistischer Unterschied (Quelle: Haese et al. 2019). Ein Unterschied ist eher für den Zeitpunkt nach OP bis zur Wiedererlangung der Kontinenz und dem Alter der Patienten zum Zeitpunkt der OP auszumachen, was auf der unten abgebildeten Grafik veranschaulicht wird. So benötigen erfahrungsgemäß ältere Patienten länger bis zum Wiedererlangen der Kontinenz und haben mit zunehmendem Alter eine etwas geringere Chance, dass die Kontinenz wiedererlangt wird. 

 

Martini-Klinik

Ihr Ansprechpartner

PD Dr. Felix Preisser
Mitglied der Faculty

Privatsprechstunde
+49 (0)40 7410-51300

Ihre Fragen sind willkommen
info@martini-klinik.de

Kontinenz

Die Grafik zeigt die Kontinenzraten im zeitlichen Verlauf nach der Operation, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen.

Frühkontinenz nach Alter der Patienten

Zeitpunkt nach OP< 50 Jahre50–65 Jahre66–75 Jahre> 75 Jahre
1 Monat52,4 %50,3 %47,1 %28,1 %
3 bis 6 Monate95,1 %88,6 %93,2 %76,8 %
1 Jahr96,8 %90,9 %86,7 %77,0 %

Potenz

Bleibt noch die Frage nach der Potenz. Definiert man Potenz zum Beispiel mit der Frage, ob nach der Operation die Durchführung von Geschlechtsverkehr möglich ist, so bejaht dies ein Großteil unserer Patienten, bei denen die Nerven auf beiden Seiten der Prostata geschont werden konnten.

Die unten abgebildete Grafik und Tabelle zeigen die aktuellen Potenzraten von mehreren Tausenden unserer Patienten ab einem Jahr nach der Operation, die vor der Operation in der Lage waren, eine Erektion zu bekommen. Diese Ergebnisse sollen für Sie eine Orientierung sein. Insbesondere die Nerverhaltung (einseitig/beidseitig) beeinflusst neben dem Alter die Wahrscheinlichkeit des Wiedererlangens der Potenz nach einer Operation. In allen Altersgruppen erzielten Patienten mit beidseitiger Nerverhaltung höhere Potenzraten als Patienten mit einseitiger Nerverhaltung. Mit zunehmendem Alter sinkt die Potenzrate in beiden Gruppen, wobei der Vorteil der beidseitigen gegenüber der einseitigen Nerverhaltung erhalten bleibt. 

Potenz

Die zweite Grafik zeigt den Anteil der Patienten mit Potenzerhalt in Abhängigkeit von der Nerverhaltung (einseitig/beidseitig) und vom Patientenalter bei OP.

Erhaltung der Potenz 

Altersgruppebeidseitige Nerverhaltungeinseitige Nerverhaltung
< 50 Jahre78,6 %50,0 %
50 bis 65 Jahre60,4 %31,0 %
66 bis 75 Jahre38,9 %18,2 %
Martini-Klinik

“Therapie und Training”

Dr. Jonas Ekrutt referiert über die Themen Kontinenz und Potenz nach der radikalen Prostatektomie. 

14.38 Minuten

Martini-Klinik

“Was Mann tun kann”

Dr. Gisa Mehring spricht über Therapie und Training für Potenz und Kontinenz nach der Operation.

11.17 Minuten


Weitere Informationen

Fakten zur Rezidivfreiheit und zum Überleben