Kryokonservierung von Tumorgewebe
NeuroFREEZE – Sicherung von gefrorenem Tumorgewebe für mögliche spätere genetische oder funktionelle Untersuchungen
Während einer nerv-schonenden radikalen Prostatektomie werden im Rahmen unserer NeuroSAFE-Schnellschnitt-Diagnostik große Prostataareale und die den Erektionsnerven anliegende Prostata-Kapsel mikroskopisch untersucht. Hierdurch bekommt das operierende Team noch während des Eingriffes die Information ob ein Tumordurchbruch in das umgebende Nervengewebe vorliegt. Die Konsequenz hieraus kann eine weitere Entfernung von Tumorgewebe sein um den Krebs „im Gesunden“ zu entfernen. Mehr Informationen zur Schnellschnitt-Diagnostik NeuroSAFE
So können wir möglichst vielen Patienten eine nervschonende Operation zukommen lassen ohne hierdurch Kompromisse bei der Entfernung des Krebses einzugehen. Dieses Verfahren ist logistisch aufwändig und Bedarf einer sehr großen Erfahrung der befundenden Pathologie und wird deshalb von der Mehrzahl der operierenden Institutionen nicht in der täglichen Routine durchgeführt.
Eine weitere Besonderheit unseres Schnellschnitt-Verfahrens: NeuroFREEZE
Wir möchten Sie auf eine weitere Besonderheit dieses Schnellschnitt-Verfahrens hinweisen welches möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt für Sie wichtige werden könnte:
Zur unmittelbaren Beurteilung des chirurgischen Absetzungsrandes während des Eingriffs wird das Prostatapräparat eingefroren (sog. Kryokonservierung bei -60°C) und in 2 mm Lamellen mikroskopisch durchgemustert.
Zusätzlich wird von diesem Gewebe ein mikroskopisch identifizierter Tumorblock kryokonserviert und in unserer Gewebebank im Institut für Pathologie im UKE hinterlegt.
Hieraus ergeben sich 2 Vorteile:
- Kryokonserviertes Tumorgewebe bietet eine höhere Qualität für mögliche genetische und funktionelle Analysen als konventionell fixiertes Gewebe und könnte deshalb in der Zukunft relevant für Sie werden.
- Das gelagerte Gewebe wird nicht „zufällig“ aus der Prostata entnommen. Durch die mikroskopische Beurteilung unter NeuroFREEZE wird sichergestellt, dass tatsächlich auch nur relevantes Tumormaterial archiviert wird.
Die therapeutische Konsequenz genetischer Tests ist bei lokal begrenztem Prostatakrebs derzeit noch eingeschränkt. Auch wenn sich aktuell häufig keine direkten Therapieentscheidungen aus den Ergebnissen ableiten lassen, könnten diese genetischen Informationen in Zukunft – etwa zur Einschätzung des Krankheitsverlaufs oder hinsichtlich neuer zielgerichteter Therapien – an Bedeutung gewinnen.
Darüber hinaus kann kryokonserviertes Tumorgewebe funktionell analysiert werden. Solche Analysen könnten in der Zukunft Hinweise auf die biologische „Dynamik“ der Erkrankung liefern und helfen, das individuelle Risiko besser einzuschätzen – insbesondere bei einem späteren Fortschreiten der Erkrankung.
Warum können diese Untersuchungen wichtig werden?
Diese ergänzenden diagnostischen Verfahren gehören derzeit noch nicht zur Routinebehandlung. Sie können jedoch bei Interesse und nach individueller Beratung ergänzend eingesetzt werden – im Sinne einer langfristig personalisierten Betreuung.
Das während der Operation eingefrorene Gewebe bleibt für mindesten 10 Jahre sicher gelagert und kann bei Bedarf im Institut für Pathologie untersucht oder auch verschickt werden. Sollte in Zukunft eine medizinisch relevante Fragestellung auftreten, steht dieses Material für weiterführende Diagnostik zur Verfügung.
Haben Sie weitere Fragen, gern per Mail
patho@uke.de