Eine Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Blutproben zur Ermittlung des PSA-Werts

Der PSA-Wert - Ein Indiz für Veränderungen der Prostata

Ein Bluttest, der sogenannte PSA-Test, kann bereits frühzeitig einen wichtigen Hinweis auf Prostatakrebs geben. Der Test weist nach, in welcher Höhe ein Eiweißstoff mit dem Namen „Prostataspezifisches Antigen“ vorliegt. Dieser Botenstoff wird nur in der Prostata gebildet. 

Mit steigendem PSA-Wert nimmt das Risiko zu, dass eine Prostatakrebserkrankung vorliegt. Ein echter Schwellenwert, unterhalb dessen ein Prostatakarzinom ausgeschlossen ist, existiert nicht. Ebenso müssen auch erhöhte Werte nicht immer durch ein Prostatakarzinom bedingt sein, sondern können auch häufig durch gutartiges Wachstum der Prostata oder durch entzündliche Prozesse entstehen. Der PSA-Wert ist also kein Botenstoff für Prostatakrebs sondern für gutartige oder bösartige Veränderungen der Prostata. 

Im Rahmen der Krebsfrüherkennung werden neben der absoluten Höhe des gemessenen PSA-Wertes auch Änderungen der PSA-Konzentration über die Zeit –die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit- oder die Höhe des PSA-Wertes im Verhältnis zum Alter des Mannes (die altersspezifischen PSA-Werte) herangezogen, um zu entscheiden, ob eine weitere Diagnostik notwendig ist. Ein erhöhter PSA-Wert allein stellt also noch keine gesicherte Diagnose für ein Prostatakarzinom dar. Weitere Untersuchungen sind deshalb notwendig, um dem Verdacht nachzugehen.

Der innovative Stockholm3-Test kombiniert den PSA-Wert mit weiteren Proteinmarkern, genetischen Markern und klinischen Daten und ist damit eine neue Alternative zum PSA-Test.

Stockholm3-Test

Martini-Klinik

Durch dieses Thema begleitet Sie

Prof. Dr. Derya Tilki
Mitglied der Faculty

Traditionell wurden bei einem PSA-Wert von über 4 ng/ml weitere Untersuchungen, insbesondere eine Gewebsprobenentnahme (Biopsie) aus der Prostata durchgeführt. Heute unterscheidet man stärker: Absolute Höhe des PSA-Wertes, Änderungen über die Zeit und altersspezifische PSA-Werte werden in diesen Entscheidungsprozess einbezogen. Bei jüngeren Patienten sollte daher auch ein PSA-Wert von unter 2,5 ng/ml mit dem betreuenden Urologen besprochen werden, insbesondere wenn sich der Wert innerhalb eines kürzeren Zeitraumes von niedrigeren Werten aus erhöht hat.

Kritik der Kritik am PSA-Wert

In der Öffentlichkeit wurde der PSA-Test in den letzten Jahren kritisch bewertet. Durch die vielen möglichen Auslöser für einen erhöhten Wert wird vor einer Übertherapie, also vor unnötigen Behandlungen mit möglichen Nebenwirkungen, gewarnt. Die qualitativ hochwertige Europäische Screening-Studie (ERSPC) hat jedoch bewiesen, dass das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu sterben, bei regelhafter PSA-Vorsorge halbiert werden kann - unter deutlicher Senkung der Rate derer, die unnötig entdeckt wurden. 

Wir sind der Meinung, dass der PSA-Test eine sehr wichtige Vorsorge-Untersuchung ist. Um einer Übertherapie entgegenzuwirken werden die durch den PSA-Test entdeckten Tumore und ihre Träger genau charakterisiert und das Risiko durch den Tumor abgeschätzt.

Die Faculty der Martini-Klinik

Wenn das Risikoprofil des diagnostizierten Karzinoms es zulässt, besteht die Möglichkeit der Aktiven Überwachung als nicht-invasive Therapieform. Solange der Tumor in den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen keinen aggressiven Progress zeigt, kann die Beobachtung fortgesetzt und ein Eingriff vermieden werden. Eine Übertherapie in Form eines Eingriffes wird so vermieden. 

Alter Normalwert
50 - 59 Jahre unter 3,0 ng/ml
60 - 69 Jahre unter 4,0 ng/ml
Über 70 Jahre unter 5,0 ng/ml
Martini-Klinik

PSA und Diagnostik

Die Kunst der Früherkennung ohne Überdiagnostik. Ein Vortrag von Prof. Hans Heinzer.

14.52 Minuten

Was bedeutet ein erhöhter PSA-Wert?

Mit steigendem PSA-Wert nimmt das Risiko zu, dass eine Prostatakrebserkrankung vorliegt. Im Rahmen der Krebsfrüherkennung werden neben der absoluten Höhe des gemessenen PSA-Wertes auch Änderungen des Wertes herangezogen, um zu entscheiden, ob eine weitere Diagnostik notwendig ist. Bei älteren Patienten sollte daher ab einem PSA-Wert von 4 ng/ml und und bei jüngeren Patienten auch schon ab einem Wert von unter 2,5 ng/ml mit dem betreuenden Urologen besprochen werden.