Die Strahlentherapie von innen

Die Brachytherapie ist eine seit langem bewährte Therapieform. Unter dieser Therapie versteht man eine Strahlentherapie von innen. Bei der Brachytherapie wird zwischen zwei Behandlungsmöglichkeiten unterschieden: Sie erfolgt entweder als HDR (High-Dose-Rate)-Brachytherapie oder als Seedimplantation, auch als LDR (Low-Dose-Rate)-Brachytherapie bezeichnet. Die Brachytherapie erfolgt bei uns in enger Kooperation mit dem Ambulanzzentrum des UKE.

Der wesentliche Unterschied der beiden Therapieformen besteht darin, dass bei der LDR-Therapie Strahlenquellen, sogenannte Seeds, in die Prostata eingepflanzt werden (dauerhafte Implantation). Diese Stäbchen sind so präpariert, dass sie gleichmäßig eine Strahlung an das umliegende Gewebe abgeben. Bei der HDR-Therapie wird die Strahlenquelle nach der Behandlung wieder entfernt (temporäre Implantation). Beide Behandlungen schädigen das Tumorgewebe, sodass die Tumorzellen zerstört werden. Die Seedimplantation eignet sich vor allem zur Bekämpfung früh entdeckter, weniger aggressiver Tumore, die temporäre Implantation kann hingegen auch bei aggressiveren Tumoren eingesetzt werden.

Beide Eingriffe finden unter Narkose statt. Durch Hohlnadeln wird die Strahlungsquelle in die Prostata eingebracht. Über Ultraschall wird die Prostata vermessen und ein computergestütztes Programm berechnet die individuell optimale Seed-Verteilung bzw. die Verteilung der Strahlenintensität bei der temporären Implantation in der Prostata. Anhand dieses Bestrahlungsplanes werden die Nadeln in das Organ eingebracht und, je nach Behandlungsmethode, die radioaktiven Seeds an exakter Stelle abgelegt oder die radioaktiven Strahlen zu den berechneten Stellen in die Prostata geleitet. Das gesunde Gewebe in der Prostata kann gleichzeitig sehr gut geschont werden.

Für die HDR-Therapie bleibt der Patient in der Regel ca. 3 Tage bei uns. Am ersten Tag findet die Aufnahme mit weiterführenden Untersuchungen statt, am zweiten Tag erfolgt die Behandlung und am dritten Tag kann der Patient bereits nach Hause zurückkehren. Während bei der Dauer-Implantation die Strahlung im Laufe eines Jahres abklingt und die Partikel nicht entfernt werden müssen, folgt bei der temporären Implantation (HDR) in Abstand von einer Woche eine zweite Sitzung. Anschließend erfolgt eine sechswöchige tägliche und ambulant durchgeführte perkutane Bestrahlung zur Ergänzung der Therapie. Diese Kombination mit der zusätzlichen Bestrahlung durch die Haut, bietet unseren Patienten eine hohe therapeutische Sicherheit.

Bei der Brachy-Therapie arbeiten die Spezialisten der Martini-Klinik (Dr. Imke Thederan und Dr. Yanimi Nagaraj) eng mit Dr. Rudolf Schwarz und seinem Team des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zusammen.

Hohe Heilungsrate bei früher Behandlung

Nach einer Brachytherapie ist der PSA-Wert der wichtigste Marker für die Einschätzung der Heilung. Die Aussagekraft eines PSA-Wertes nach strahlentherapeutischen Therapieverfahren ist allerdings eine andere als bei einer kompletten Entfernung der Prostata. Da die Prostata und damit PSA-produzierendes Gewebe im Körper bleibt ist ein echter „Null-Wert" nicht üblich. Rezidive sind zwar schwerer zu erkennen als nach einer operativen Therapie. Dennoch verläuft die Heilung nach einer Brachytherapie langfristig ähnlich. Auch bei den strahlentherapeutischen Behandlungsmethoden hängt die Heilungsrate davon ab, wie früh der Tumor erkannt wurde: Je früher, desto höher ist auch nach einer Brachytherapie die Heilungsrate.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es eine Ergebniskontrolle?

Ja, die Martini-Klinik gehört zu den wenigen operativ tätigen Kliniken, die nach einer Woche, nach drei Monaten und dann Jahr für Jahr die Ergebnisse bei den von ihnen operierten Patienten abfragen und innerhalb des jährlichen Abstands auswerten. Die Martini-Klinik beschäftigt vier Personen, um dies zu organisieren. Dies ist in dem Budget der meisten operativ tätigen Kliniken nicht enthalten. Ergebnisse im Hinblick auf die Heilungsraten, die Kontinenz und Potenz können Sie unter „Resultate“ auf der ersten Seite der Homepage anklicken. Diese Ergebnisse können jeden Patienten basierend auf eigenen Daten im Beratungsgespräch vermittelt werden.

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