Ambulante Katheterentfernung in der Martini-Klinik

Wenn der Heilungsprozess der Verbindung von Harnblase und Harnröhre (Anastomose) zum Zeitpunkt Ihrer Entlassung noch nicht vollständig abgeschlossen ist, muss der Dauerkatheter noch für einige Tage belassen werden. Der Urin wird in dieser Zeit, wie auch schon während des stationären Aufenthaltes, in einen Beutel abgeleitet, der unauffällig unter der Hose am Bein getragen werden kann. Vor Ihrer Entlassung werden wir mit Ihnen einen Zeitpunkt festlegen, an dem der Blasenkatheter erfahrungsgemäß gezogen werden kann. Dieser Termin ist als Richtwert zu verstehen, da sich der Heilungsprozess auch noch etwas länger verzögern könnte. Dies ist nicht ungewöhnlich und beeinträchtigt nicht den Erfolg der Operation. 

In der Regel wird der Blasenkatheter zum vereinbarten Termin durch Ihren niedergelassenen Urologen entfernt. Sie können aber auch einen Termin zur Entfernung in unserer Ambulanz vereinbaren. 

Beispielhaft möchten wir Sie informieren, wie die Entfernung des Dauerkatheters in unserer Ambulanz abläuft. Der Ablauf bei Ihrem Urologen kann natürlich variieren.
In manchen Fällen ist es notwendig, spezielle Ultraschallverfahren oder Röntgenuntersuchungen (Zystogramm) durchzuführen, um zu sehen, ob die Anastomose vollständig verheilt ist. Anschließend wird der Dauerkatheter entfernt. Das Ziehen des Katheters ist schmerzfrei und wird von einer Mitarbeiterin der Ambulanz vorgenommen. In einem ausführlichen Gespräch erklärt sie, was in den nächsten Tagen und Wochen zu beachten ist. Um die Entleerung nach dem Wasserlassen zu beurteilen, führen wir eine Ultraschalluntersuchung der Harnblase nach der Katheterentfernung durch. Ebenso kontrollieren wir im Rahmen dieses Termins, ob sich eventuell noch Lymphflüssigkeit im Becken angesammelt hat. Bitte planen Sie für diesen ambulanten Termin ca. zwei bis drei Stunden ein. Wir empfehlen, sieben Tage nach Entfernung des Katheters, den Urin bei Ihrem Urologen sicherheitshalber auf Bakterien überprüfen zu lassen.
Bitte denken Sie auch daran, uns eine Woche nach der Katheterentfernung den „Ein-Wochen-Brief“ über Ihren Gesundheitszustand zuzusenden. So helfen Sie uns, die Qualität unserer Therapie zu überprüfen und stetig zu verbessern.

Verhaltensempfehlungen nach Katheterentfernung

Dies sind Empfehlungen für Patienten, die nicht an einer Anschlussheilbehandlung teilnehmen und für AHB- Patienten bis zum Antritt der Reha-Maßnahme.

  • Trinken Sie ausreichend: Täglich sollten Sie circa 1,5 bis 2 Liter zu sich nehmen.
  • Keine prophylaktischen Toilettengänge. Aber: Sobald sich die Blase „meldet“ ... nichts wie hin!
  • Achten Sie auf Ihren Stuhlgang. Halten Sie Ihren Stuhl unbedingt weich.Gute Hilfsmittel sind hierbei zum Beispiel Pflaumensaft, Abführtee und Flohsamen aus der Apotheke oder der Drogerie.

Bitte verzichten Sie in den nächsten vier bis sechs Wochen...

  • auf das Heben und Tragen schwerer Lasten
  • auf anstrengende Haus- und Gartenarbeit
  • auf sportliche Aktivitäten

Und fahren Sie 100 Tage kein Fahrrad, um Ihren Schließmuskel zu schonen.

Sollte sich im Verlauf von etwa vier Wochen nach Katheterentfernung keinerlei Besserung bezüglich der Kontinenz einstellen, empfehlen wir ein spezielles Training des Blasenschließmuskels durch Physiotherapie.

Download Informationsflyer zum Verhalten nach Katheterentfernung