Ablauf einer da Vinci® Operation

Über einen ersten kleinen Zugang knapp oberhalb des Bauchnabels wird zuerst der Bauchraum mit Kohlendioxidgas gefüllt, dann die Kamera über einen Trokar (Einführhilfe) durch den Zugang eingeführt. Anschließend werden die weiteren Trokare platziert.

Zu Beginn der Operation wird die Prostata vorsichtig freigelegt und von der Blase gelöst. Anschließend werden die Samenblasen freigelegt und die Samenleiter durchtrennt. Danach werden die sogenannten Prostatapfeiler durchtrennt; diese halten die Prostata an ihrem Ort. Wenn eine Nervschonung aufgrund der Tumorcharakteristiken möglich ist, werden nun die Gefäß-Nerven-Stränge von der Prostata abpräpariert. Durch die dreidimensionale Sicht und zehnfache Vergrößerung des Kamerabildes lassen sich die feinen Nerven sehr gut erkennen und durch vollkommen zitterfreie Bewegungen von der Prostata lösen.

Nach Vollendung der Nervschonung wird die Prostata von der Harnröhre getrennt. Dabei wird der Harnröhrenschließmuskel nach einer von den Ärzten der Martini-Klinik entwickelten Technik vollständig erhalten, um die Kontinenz des Patienten aufrechtzuerhalten. Damit ist die Prostata komplett gelöst, sie wird über einen der Trokarschnitte aus dem Körper entfernt.

Um eine Nervschonung zu garantieren, werden – je nach Tumorcharakteristik – Schnellschnitte an den Stellen der Prostata durchgeführt, die den Nervensträngen unmittelbar anliegen (NeuroSAFE-Technik). Diese Schnellschnitte werden während der Narkose vom Pathologen mikroskopisch untersucht, um sicherzustellen, dass die Nervschonung ohne Risiko für den Patienten durchgeführt werden kann.

Anschließend wird die Harnblase wieder mit der Harnröhre verbunden. Die Blasen-Harnröhrenverbindung kann so vollkommen wasserdicht vernäht werden. Dabei wird so wenig wie möglich Gewebe des Schließmuskels in der Naht erfasst, um den Muskel für die Kontinenz zu schonen.

Abschließend werden die Trokare entfernt, ggf. wird eine Wunddrainage gelegt. Die Operation endet mit dem Verschließen der Wunden.

Ablauf einer da Vinci® OP

Informationsfilm über da Vinci® OP

Ablauf einer da Vinci® OP

Ein Blick in den Operationssaal: Die radikale Prostatektomie mit dem da Vinci®-System.

Häufig gestellte Fragen

Kann bei mir eine Nervschonung durchgeführt werden?

Bei fast allen Patienten wird die Nervschonung zur Erhaltung der Potenz während der Operation durchgeführt. Es ist nur dann nicht möglich, wenn auch nur einzelne Zellen vom Krebs bereits an die Nerven, die seitlich an der Prostatawand kleben, herangewachsen sind. Als einzige Klinik in Deutschland überprüft die Martini-Klinik bei dem Patienten mit der Neuro-Safe-Technik während der Operation, ob der Schnittrand, der an die Nerven angrenzt, schon Tumorzellen enthält. 

Basierend darauf wird entschieden, ob die Nerven auf jeder Seite endgültig erhalten bleiben können oder ob sie doch noch entfernt werden müssen. Durch diese in der Martini-Klinik entwickelte Methode wurde in der Vergangenheit bei 88 bis 99 % der Patienten, je nach Stadium des Tumors (insgesamt bei 97 %), eine Nerverhaltung durchgeführt. 

Werden in der Martini-Klinik verschiedene Operationstechniken angeboten?

In der Martini-Klinik werden die bewährten Operationstechniken der offenen chirurgischen Operation (sog. radikale retropubische Prostatektomie) und die DaVinci roboterassistierte Entfernung der Prostata angeboten. Wir legen individuell mit Ihnen fest, welche Operationsmethode für Sie am besten geeignet bzw. durchführbar ist.

Operation

Ist es sinnvoll, vor einer Operation Eigenblut zu spenden?

Die Notwendigkeit einer Bluttransfusion nach Operation ist sehr gering (3 – 5 %). Dem entsprechend würde die überwiegende Mehrzahl der Patienten „umsonst“ die Eigenblutspende durchführen und auf der anderen Seite durch die Eigenblutspende „geschwächt“ in die Operation gehen. Aus diesem Grunde empfehlen wir die Eigenblutspende nicht.

Therapie > Operation < Ablauf einer Operation

Muss ich Sorge haben, dass ich nach der Operation eine Infektion mit den sogenannte multiresistenten Keimen bekomme?

Zum Glück ist die Infektionsrate in unserer Klinik generell sehr gering. Die Rate an Infektionen mit sog. multiresistenten Keimen ist entsprechend sehr niedrig. Dieses ist in der besonderen Situation einer spezialisierten Klinik begründet. Des Weiteren werden strikte Strategien zur Verhinderung solcher Infektionen in der Martini-Klinik durchgeführt.

Die Martini-Klinik > Qualitätsmanagement

Wie lange muss ich nach der Operation im Krankenhaus liegen?

Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. eine Woche.

Die Martini-Klinik > Ihr Aufenthalt > Ablauf > Radikale Prostatektomie

Wie lange dauert die Genesung nach der Operation?

Wir veranschlagen ca. zwei bis drei Wochen zur weiteren Genesung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Nach dieser Zeit sind Sie dann meistens für die täglichen Verrichtungen ausreichend erholt.

Erhalte ich nach der Operation einen Urinkatheter?

Ja, während der Operation wird bei allen Operationsverfahren ein Urinkatheter eingelegt. Dieser verbleibt in der Regel eine bis zwei Wochen nach der Operation.