Ablauf einer klassischen offenen Operation

Der Zugang zur Prostata erfolgt über einen 8 - 10 cm langen Unterbauchschnitt oberhalb des Schambeins.  Danach erfolgt die Freilegung der Prostata. Nach dem Lösen ihrer Verankerungen an der Beckenwand und an der Beckenmuskulatur und nach dem Unterbinden der sehr kräftigen venösen Blutgefäße, die an der Vorderseite der Prostata verlaufen, erfolgt dann – wenn aus onkologischer Sicht vertretbar – die Nervschonung. Diese wird sehr vorsichtig und zeitaufwändig durchgeführt: Die Gefäß und Nerven führende Schicht wird Millimeter für Millimeter von der Prostata abgelöst. Dabei wird darauf geachtet, dass keinerlei elektrische Energie oder Hitze zur Anwendung kommt, um die empfindlichen Nerven nicht zu schädigen.

Im Anschluss wird zunächst die Harnröhre direkt oberhalb, später unterhalb der Prostata am Übergang zur Blase durchtrennt. Dabei wird der Harnröhrenschließmuskel nach einer von den Ärzten der Martini-Klinik entwickelten Technik vollständig erhalten, um die Kontinenz des Patienten aufrechtzuerhalten. Im Folgenden wird die Prostata vom Enddarm abgelöst und mit den Samenblasen entnommen. Zur Kontrolle der Tumorfreiheit der Schnittränder wird der vollflächige Schnellschnitt (NeuroSAFE-Technik) durchgeführt. Gegebenenfalls erfolgt nun die Ausräumung der Lymphknoten.

Abschließend wird die Verbindung der Harnwege durch eine Naht zwischen der Harnröhre und dem Blasenhals wiederhergestellt, dabei wird die Verbindung über einen Dauerkatheter geschient. Es wird gegebenenfalls ein Drainageschlauch eingelegt, um Wund- und Lymphflüssigkeit abzuleiten. Die Operation endet mit dem Verschließen des Bauchschnitts.

Häufig gestellte Fragen

Kann bei mir eine Nervschonung durchgeführt werden?

Bei fast allen Patienten wird die Nervschonung zur Erhaltung der Potenz während der Operation durchgeführt. Es ist nur dann nicht möglich, wenn auch nur einzelne Zellen vom Krebs bereits an die Nerven, die seitlich an der Prostatawand kleben, herangewachsen sind. Als einzige Klinik in Deutschland überprüft die Martini-Klinik bei dem Patienten mit der Neuro-Safe-Technik während der Operation, ob der Schnittrand, der an die Nerven angrenzt, schon Tumorzellen enthält. 

Basierend darauf wird entschieden, ob die Nerven auf jeder Seite endgültig erhalten bleiben können oder ob sie doch noch entfernt werden müssen. Durch diese in der Martini-Klinik entwickelte Methode wurde in der Vergangenheit bei 88 bis 99 % der Patienten, je nach Stadium des Tumors (insgesamt bei 97 %), eine Nerverhaltung durchgeführt. 

Werden in der Martini-Klinik verschiedene Operationstechniken angeboten?

In der Martini-Klinik werden die bewährten Operationstechniken der offenen chirurgischen Operation (sog. radikale retropubische Prostatektomie) und die DaVinci roboterassistierte Entfernung der Prostata angeboten. Wir legen individuell mit Ihnen fest, welche Operationsmethode für Sie am besten geeignet bzw. durchführbar ist.

Operation

Ist es sinnvoll, vor einer Operation Eigenblut zu spenden?

Die Notwendigkeit einer Bluttransfusion nach Operation ist sehr gering (3 – 5 %). Dem entsprechend würde die überwiegende Mehrzahl der Patienten „umsonst“ die Eigenblutspende durchführen und auf der anderen Seite durch die Eigenblutspende „geschwächt“ in die Operation gehen. Aus diesem Grunde empfehlen wir die Eigenblutspende nicht.

Therapie > Operation < Ablauf einer Operation

Muss ich Sorge haben, dass ich nach der Operation eine Infektion mit den sogenannte multiresistenten Keimen bekomme?

Zum Glück ist die Infektionsrate in unserer Klinik generell sehr gering. Die Rate an Infektionen mit sog. multiresistenten Keimen ist entsprechend sehr niedrig. Dieses ist in der besonderen Situation einer spezialisierten Klinik begründet. Des Weiteren werden strikte Strategien zur Verhinderung solcher Infektionen in der Martini-Klinik durchgeführt.

Die Martini-Klinik > Qualitätsmanagement

Wie lange muss ich nach der Operation im Krankenhaus liegen?

Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. eine Woche.

Die Martini-Klinik > Ihr Aufenthalt > Ablauf > Radikale Prostatektomie

Wie lange dauert die Genesung nach der Operation?

Wir veranschlagen ca. zwei bis drei Wochen zur weiteren Genesung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Nach dieser Zeit sind Sie dann meistens für die täglichen Verrichtungen ausreichend erholt.

Erhalte ich nach der Operation einen Urinkatheter?

Ja, während der Operation wird bei allen Operationsverfahren ein Urinkatheter eingelegt. Dieser verbleibt in der Regel eine bis zwei Wochen nach der Operation.