Therapie mit dem Alfastrahler Radium-223-dichlorid

Das radioaktive Nuklid Radium-223 ist ein Alpha-Strahler mit einer sehr kurzen Reichweite von unter 100 Mikrometer (weniger als 10 Zelldurchmesser). Aufgrund seiner Ähnlichkeit zu Kalzium wird das Radium-Isotop nach Infusion in die Blutbahn im Knochen eingebaut und besonders in Bereichen von Knochenmetastasen eingelagert. Der hohe lineare Energietransfer von Alphastrahlern (80 keV/Mikrometer) führt im angrenzenden Tumorgewebe zu einer Schädigung der Zellen. Dadurch werden vor allem Knochenschmerzen, die durch die Metastasen bedingt sind deutlich gelindert. Des Weiteren ist durch eine Wachstumsverzögerung des Tumors im Skelettsystem auch eine Verlängerung des Lebens zu erwarten. Patienten, die gleichzeitig Organmetastasen in Leber oder Lunge aufweisen, sollten nicht mit Radium-223 behandelt werden

Radium-223 wird als Kurzinfusion in die Vene durch einen Nuklearmediziner gegeben. Die Infusion wird insgesamt 6 mal im Abstand von 4 Wochen verabreicht. Wöchentliche Laborkontrollen werden unter Radium-223 Therapie empfohlen, da sich Auswirkungen auf das Blutbild zeigen können. Ebenfalls kann es zu Durchfall kommen.