Die Photodynamische Therapie (Tookad)

Seit 2017 ist die photodynamische Therapie mit TOOKAD durch die EMA (European Medicines Agency) für die Behandlung des Niedrigrisiko-Prostatakarzinoms zugelassen. Es handelt es sich um eine zielgerichtete, fokale Therapie, also eine Behandlung, die ausschließlich im gwünschten Areal, also dem Behandlungsbereich wirkt. Die Martini-Klinik hat an der Zulassungsstudie teilgenommen, welche im Lancet Oncology* veröffnetlicht wurde. Die Martini-Klinik hat an der Zulassungsstudie teilgenommen und bietet über das UKE diese Behandlung in den Räumen der Martini-Klinik regelmäßig an.

Der Vorteil der TOOKAD-Therapie ist die zielgerichtete Zerstörung des tumortragenden Areals bei weitest gehender Schonung des umliegenden Gewebes.(s.o.) Es gibt nur geringe Nebenwirkungen und gute Ergebnisse bei der Erhaltung von Kontinenz und Potenz. (s.o.)  Die Behandlung vermindert signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass eine radikale Therapie, wie die Operation oder die Bestrahlung, im späteren Verlauf notwendig wird. (s.o.) Erste Studien** zeigen, dass im Vergleich zur aktiver Überwachung zwei Ergebnisse: a) die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Kontroll-Biopsie nach zwei Jahren Krebs gefunden wird und b) die psychisch-emotionale Belastung  geringer sind. Im Falle eines Fortschreitens der Tumorerkrankung, d.h. eine nicht ausreichende Behandlungseffektivität auf der betroffenen Seite, oder ein auf der nicht-behandelten Seite diagnostizierter Tumor kann immer noch eine definitive Therapie (radikale Prostatektomie oder Bestrahlung) durchgeführt werden.


Ihre Ansprechpartner vor Ort: Prof. Dr. Georg Salomon, Dr. Yamini Nagaraj

Lassen Sie sich gerne in unserer fokalen Therapie-Sprechstunde beraten. 

040 7410 28672

Ablauf des Eingriffs

Der Eingriff erfolgt in einer kurzen Vollnarkose. Zunächst werden Lichtleiter aus Glasfasern in das zu behandelnde Areal der Prostata, in dem der Tumor entdeckt wurde, eingeführt. Danach wird die photosensitive Substanz (TOOKAD) intravenös verabreicht. Durch die Interaktion von Licht einer bestimmten Wellenlänge und der Substanz TOOKAD, kommt es zu einer Freisetzung von Radikalen, die einen Verschluss der umgebenden Gefäße auslösen. Dieses führt zum Absterben des Gewebes im Behandluungsbereich und damit auch zu dem gewünschten Absterben der Prostaatakarzinomzellen und somit zu einer effektiven Behandlung der Krebsherde. 

Ein- und Ausschlusskriterien / Informationen auf einen Blick

Prostatakrebs

frühentdeckter fokaler Krebsherd (auf einen Herd oder ein Areal innerhalb der Prostata begrenzt)
Bestätigungsbiopsie 
Gleason-Scorenicht höher als 3+3 (2020 ist eine Studie mit 3+4 geplant)
PSA-Wertbis 10 ng/ml
MRTFür die Behandlung wird ein mulitparametrisches MRT benötigt
wissenschaftl. BegleitungPatienten werden im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung begleitet
Literatur und Video
Fokale Therapie

Martini-Klinik Herbstseminar 2016

Fokale Therapie

Prof. Dr. Georg Salomon informiert, welche Technik und welcher Patient für eine fokale Therapie geeignet ist und was bei der Therapie beachtet werden muss.