Fakten zur biochemischen Rezidivfreiheit

Nach der kompletten Entfernung der Prostata durch eine radikale Prostatektomie sinkt der PSA-Wert normalerweise auf Null, da kein Gewebe mehr vorhanden ist, dass das Prostataspezifische Antigen (PSA) produziert. Ist nach der Operation jedoch wieder ein PSA-Wert über 0,2 ng/ml nachweisbar, ist das ein Hinweis auf eine wieder auftretende Tumoraktivität. Dies wird als biochemisches Rezidiv bezeichnet. Ein biochemisches Rezidiv ist nicht automatisch lebensbedrohend. Es kann bedeuten, dass eine weitere Therapie wie eine Nachbestrahlung oder Hormontherapie notwendig ist. 

Von den Patienten, die zwischen 1992 und 1997 von den Ärzten der Martini-Klinik mit einer Prostataentfernung behandelt wurden und deren Tumor nur innerhalb der Prostata gewachsen war (sogenannter pT2-Tumor), haben mehr als 87 % in den zehn Jahren nach dem Eingriff kein biochemisches Rezidiv erlitten. Die biochemische Rezidivfreiheit aller Patienten der Martini-Klinik-Ärzte – also auch der Männer, bei denen das Karzinom bereits über die Prostata hinaus gewachsen war – beträgt nach zehn Jahren 65 %.

Biochemische Rezidivfreiheit unserer Patienten nach zehn Jahren in Prozent

Die Abbildung zeigt die biochemische Rezidivfreiheit unserer Patienten je nach Tumorstadium. War der Tumor nur innerhalb des Organs gewachsen (grüne Linie), konnten 87 % der Männer auch nach zehn Jahren (120 Monaten) rezidivfrei leben. War der Tumor bereits über die Prostata hinausgewachsen (lila Linie), war bei mehr als 53 % unserer Patienten nach zehn Jahren kein PSA nachweisbar. Hatten Krebszellen bereits die Samenblasen (hellblaue Linie) oder die Umgebung der Prostata (dunkelblaue Linie) befallen, waren nur noch 28 bzw. 6 % unserer Patienten biochemisch rezidivfrei.

Strahlentherapie: Hohe Heilungsrate bei früher Behandlung

Auch nach einer Strahlentherapie, einer HDR- oder LDR-Brachytherapie ist der PSA-Wert der wichtigste Marker für die Einschätzung der Heilung. Die Aussagekraft eines PSA-Wertes nach strahlentherapeutischen Therapieverfahren ist allerdings eine andere. Ein echter „Null-Wert“, wie er im Falle einer kompletten Entfernung der Prostata auftritt, ist nicht üblich, da die Prostata und damit PSA-produzierendes Gewebe im Körper bleibt. Rezidive sind daher schwerer zu erkennen als nach einer operativen Therapie. Dennoch verläuft die Heilung nach einer Brachytherapie langfristig ähnlich wie nach der vollständigen Entfernung der Prostata. Auch bei den strahlentherapeutischen Behandlungsmethoden hängt die Heilungsrate davon ab, wie früh der Tumor erkannt wurde: Je früher, desto höher ist auch nach einer Brachytherapie die Heilungsrate.