Braucht Mann eine Prostata?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, hat die Form und Größe einer Kastanie und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft unterhalb zur Harnblase. Sie umgibt den oberen Teil der Harnröhre wie ein Ring und steuert die Entleerung der Harnblase. Bei einem jungen erwachsenen Mann wiegt die Prostata circa 20 Gramm. Ihre Hauptfunktion ist die Bildung eines Sekrets, das Hauptbestandteil der Samenflüssigkeit ist.

Obwohl sie mit der Samenproduktion an sich nichts zu tun hat, ist Mann ohne die Prostata nicht zeugungsfähig. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Sexualität eingeschränkt ist. Die Errektionsfähigkeit ist unabhängig von der Prostata, da sich die dafür notwendigen Nervenstränge in dem umliegenden Gewebe befinden. Nach der Entfernung der Prostata müssen keine Präparate o.ä. eingenommen werden, anders als bei der Entfernung von Hormondrüsen, wie zum Beispiel der Schilddrüse.

Mit zunehmendem Alter kann die Prostata größer werden. Dies kann zu Problemen beim Wasserlassen führen, bei einigen Patienten kann es auch die Sexualfunktion beeinträchtigen. Dies wird als gutartige Wucherung der Prostata bezeichnet, der medizinische Begriff hierfür ist „Benigne Prostatahyperplasie“ (BPH). Eine BPH hat nichts mit einem Krebs zu tun, allerdings benötigen einige Männer einen chirurgischen Eingriff, um den Urinfluss wieder zu verbessern. Allerdings können die Symptome und Beschwerden, die durch eine BPH hervorgerufen werden, auch den Symptomen bei einem Prostatakarzinom ähneln. Dies ist aber meist erst bei bereits fortgeschrittenen Prostatakarzinomen der Fall. Deshalb sollte bei auftretenden Problemen eine Untersuchung durch einen Urologen erfolgen.