Martini-Klinik wird europäisches Referenzzentrum

Pressemitteilung vom 29. August 2013

Prostatakrebsoperationen lassen sich mit dem roboterassistierten Operationssystem „da Vinci®“ schonend und präzise durchführen. Jährlich wird dieses Verfahren etwa 600 Mal in der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt. Für ihr Engagement auch in der Aus- und Weiterbildung von Chirurgen anderer Kliniken erhielt die Martini-Klinik von der amerikanischen Herstellerfirma Intuitive Surgical nun die Anerkennung als einziges „da Vinci®-Epicenter Prostatakarzinom“ Europas.

„Wir sind sehr stolz auf die Auszeichnung zum Referenz-, Trainings- und Ausbildungszentrum für die roboterassistierte, operative Entfernung der Prostata“, sagt Prof. Dr. Markus Graefen, Chefarzt der Martini-Klinik. Mit jährlich 2.200 Prostatakrebsoperationen, von denen 600 roboterassistiert durchgeführt werden, ist die Martini-Klinik das größte Prostatakarzinom-Zentrum weltweit. Ein besonderer Schwerpunkt bei der vollständigen Prostataentfernung („radikale Prostatektomie“) liegt in der Martini-Klinik auf der Erhaltung der Potenz sowie der Schonung des Blasen-Schließmuskels. „Wir haben eine langfristige Kontinenz in bis zu 97 Prozent der Fälle erreicht“, erklärt Prof. Dr. Alexander Haese, leitender Arzt des daVinci®-Programms der Martini-Klinik. Mehr als 98 Prozent aller organbegrenzten Prostatakarzinome können nervenschonend operiert werden. Prof. Haese: „Ähnliche Ergebnisse kann keine vergleichbare Klinik vorweisen. Die Spitzenwerte bei Kontinenz und Potenz sind mit der modernen OP-Technik erst mit jahrelanger Expertise und Erfahrung des Operateurs zu erreichen. Ein Erfolg, der nur durch die Superspezialisierung der Klinik und die konsequente Qualitätssicherung möglich ist.“

Im Gegensatz zu anderen minimalinvasiven Methoden ermöglicht das inzwischen weltweit etablierte da Vinci®-OP-System dem Operateur präzises Arbeiten mit einem großen Bewegungsspektrum. Über eine Steuerkonsole wird jede einzelne Handbewegung des Arztes – von natürlichem Muskelzittern befreit – vollkommen ruhig ausgeführt. Darüber hinaus garantiert ein dreidimensionales Kamerabild in voller HD-Auflösung den bestmöglichen Blick auf das Operationsgebiet, sodass auch sehr feine Strukturen sichtbar werden. „Insgesamt überblicken wir mittlerweile über 2.000 mit diesem System operierte Patienten und sind damit auch eines der größten und erfahrensten akademischen Zentren für die roboterassistierte Operation des Prostatakarzinoms“, erläutert Prof. Haese.

Heute kommen Menschen aus allen Erdteilen zum roboterassistierten Eingriff nach Hamburg-Eppendorf. Das Martini-Klinik-Operationsteam gibt seine nachhaltig gewachsene Expertise in Schulungen regelmäßig an Mediziner anderer Kliniken weiter. Unter Leitung von Prof. Haese und Prof. Graefen können die Gastärzte die Technik der roboterassistierten Prostatektomie vertiefen und an einem Operations-Simulator trainieren.