Pressemitteilung vom 30. November 2007

Forscher der Martini-Klinik und des UKE holen nationales Forschungsprojekt für Prostatakrebs nach Hamburg 

Prostatakrebs ist nach Lungenkrebs die häufigste Tumorerkrankung bei Männern. Eine Heilung des Tumors bei einer Früherkennung ist möglich. Derzeit gibt es jedoch keine Methode, die es erlaubt, das individuelle Risiko von Prostatakrebspatienten vorherzusagen. In einem einzigartigen Forschungsnetzwerk werden die Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Martini-Klinik am UKE sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg neue diagnostische und therapeutische Ansätze für Prostatakrebs ermitteln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFNplus) einen entsprechenden Forschungsantrag bewilligt. Damit ist die finanzielle Basis geschaffen worden, um für die Dauer von drei Jahren mit Hilfe moderner Methoden der Humangenomforschung und der medizinischen Systembiologie molekulare Veränderungen in Tumoren aufzuspüren und optimale Diagnose- und Prognosekriterien für das Prostatakarzinom zu ermitteln. In enger Kooperation von Ärzten und Grundlagenwissenschaftlern soll eine rasche Integration der Forschungsergebnisse in die klinische Routine erzielt werden.

"Die Vernetzung von herausragenden klinischen und forschenden Institutionen ist die beste Basis für Spitzenforschung und Spitzenmedizin", erklärt UKE-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Jörg F. Debatin. Martini-Klinik-Geschäftsführer Dr. Michael Moormann: "Die enge Kooperation von Martini-Klinik und UKE trägt nicht nur in der Krankenversorgung, sondern auch in der Forschung Früchte. Mit diesem Projekt wird sichergestellt, dass wir auch zukünftig eine Top-Adresse für die Erforschung und Behandlung des Prostatakarzinoms bleiben." 

Grundlage für den Forschungsverbund ist die über 10.000 Patienten umfassende Tumordatenbank von Martini-Klinik und Urologischer Klinik des UKE mit Gewebeproben der Prostata, Blut und Serum. Die seit 1991 geführte Datenbank ermöglicht umfassende Untersuchungen, wie sie bislang nicht möglich waren. Die Martini-Klinik und die Urologische Klinik des UKE sind bei der Behandlung des Prostatakarzinoms weltweit führend. In keiner anderen Klinik werden mehr Prostatakarzinomoperationen vorgenommen.

Der Forscherverbund unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Holger Sültmann (DKFZ) besteht aus Wissenschaftlern der Abteilung Molekulare Genomanalyse des DKFZ (Prof. Dr. Annemarie Poustka) sowie Wissenschaftlern und Ärzten aus Hamburg. Prof. Dr. Hartwig Huland und Prof. Dr. Markus Graefen, Chefärzte der Martini-Klinik, sowie Oberarzt Dr. Thorsten Schlomm leiten den klinischen Teil des Projektes. Vom UKE sind das Onkologische Zentrum mit Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, die Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie mit Prof. Dr. Jakob R. Izbicki und das Institut für Pathologie mit Prof. Dr. Guido Sauter eingebunden. Weitere Partner sind das Zentrum für Nanotechnologie mit Prof. Dr. Horst Weller, das Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin und das Biotechunternehmen Qiagen Hamburg GmbH mit Dr. Thomas Laue.