Pressemitteilung vom 3. Mai 2006

Mit dem privaten Prostatazentrum auf Erfolgskurs

Kapazitäten werden ausgebaut / Spezialangebote für amerikanische Patienten / Europas größte Datenbank sichert individuelle Therapien 

Die Martini-Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich bereits ein Jahr nach ihrer Eröffnung als bundesweites Erfolgsmodell etabliert. Das private Prostatazentrum, eine 100prozentige Tochtergesellschaft des UKE, hat sich nach amerikanischem Vorbild auf nur ein Krankheitsbild spezialisiert: Die Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms ? nach Lungenkrebs die häufigste Krebserkrankung des Mannes.

Mit einer Aufstockung der Bettenkapazität von derzeit neun auf 17 Betten sowie einer Ausweitung der OP-Kapazität von zwei auf vier Tage wöchentlich wird jetzt der steigenden Patientennachfrage Rechnung getragen. Der Finanzierungsrahmen beträgt 800 000 Euro. In diesem Jahr wird darüber hinaus mit 350 Operationen gerechnet, die von den beiden renommierten Chefärzten Prof. Dr. Hartwig Huland und Priv.-Doz. Dr. Markus Graefen durchgeführt werden. ?Wir haben im ersten Jahr unseres Bestehens 200 Patienten operiert und einen Umsatz von 2,4 Millionen Euro eingefahren. Das ist ein unglaublicher Erfolg für die Martini-Klinik und zeigt uns deutlich, dass die Nachfrage nach hochwertiger Markenmedizin im Gesundheitswesen wächst?, erklärte Geschäftsführer Dr. Michael Moormann auf der heutigen Bilanzpressekonferenz.

Für Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Ärztlicher Direktor des UKE, ist der Erfolgskurs des privaten Prostatazentrums eine Bestätigung seiner strategischen, auf Wachstum ausgerichteten Positionierung für das Klinikum: ?Mit dem Konzept der Martini-Klinik haben wir für Patienten mit Prostatakrebs eine neue Dimension von Therapie, pflegerischer Betreuung und Unterbringung erschlossen. Wie erwartet wird dieses Konzept von unseren Patienten gut angenommen.?, lautet sein Resümee.

Die Privatklinik bietet eine Verweildauer von nur fünf Tagen nach der Operation. Dieser bundesweite Spitzenwert wird durch eine sehr schnelle Mobilisation der Patienten nach dem Eingriff, eine intensivere Betreuung durch einen besseren Pflegeschlüssel und vor allem die nervschonende Prostataentfernung  durch die beiden Chefärzte erreicht. Prof. Dr. Hartwig Huland, seit 1992 auch Direktor der Klinik für Urologie am UKE, hat dieses spezielle und in Hamburg maßgeblich entwickelte Verfahren zum Erhalt der Kontinenz und Potenz bereits 5000-mal durchgeführt. Neue Behandlungsmethoden im Kampf gegen Prostatakrebs wie die laparoskopische OP und der Eingriff mit dem Roboter sind nach Ansicht von Huland wenig geeignet, um dem Patienten schnell und ohne Komplikationen seine Lebensqualität wiederzugeben. ?Unser Level mit dem von uns perfektionierten schonenden OP-Eingriff durch die Bauchdecke hat sich bewährt. Er wird nicht annährend durch die neuen Technologien erreicht.?

Um dem Prostatapatienten eine noch bessere Diagnose und eine individuell auf ihn zugeschnittene Therapie zu ermöglichen, bauen UKE und Martini-Klinik die europaweit größte Datenbank weiter aus. Bereits seit 1991 wird eine umfassende Datenbank mit Gewebeproben der Prostata, Blut und Serum von 4500 Patienten geführt, ihr Potenzverhalten vor und nach dem Eingriff mit international validierten Fragebögen ermittelt. Durch diesen ?Datenschatz? wird ein optimiertes Beratungspotential für Neuzugänge der Klinik möglich und der Operateur kann eine Qualitätskontrolle seiner Arbeit vornehmen. ?Wir sind jetzt dabei, von jeder Prostata einen Gewebezylinder anzulegen, der in einem speziellen Verfahren auf ein tissue micro array gebracht wurde?, erläutert Huland die Pläne. Mittels dieses besonderen Objektträgers können künftig neue Marker zur Entdeckung des Prostatakarzinoms sowie neue Therapieoptionen gezielt mit den individuellen Daten des Patienten abgeglichen werden. Somit kann geprüft werden, ob ein bestimmter Patient für eine bestimmte Therapie geeignet ist. ?Das Diagnoseverfahren wird optimiert, die Heilungschancen erhöht?, so Prof. Dr. Hartwig Huland.

Durch die verbesserte Diagnostik mit der Ermittlung des PSA-Wertes im Blut kann das Prostatakarzinom früher entdeckt werden. Die Folge: In die Martini-Klinik kommen vermehrt jüngere Männer ab dem 40. Lebensjahr, um sich dort behandeln zu lassen. Bereits acht Prozent der in der Privatklinik betreuten Patienten sind unter 50 Jahren. Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Markus Graefen: ?Wir erleben, dass durch den erhöhten Einsatz des PSA-Wertes und ein erhöhtes Bewusstsein in der Bevölkerung Patienten im jüngeren Alter diagnostiziert werden. Sie sind potentiell von dieser Krankheit in ihrer Lebenserwartung bedroht. Die Frühdiagnose ermöglicht jedoch den Einsatz schonender Techniken, um die Lebensqualität der jungen Männer zu erhalten.? Der Trend zu immer mehr jungen Männern mit Prostatakarzinom spiegele sich auch in den niedergelassenen urologischen Praxen wider.

Graefen rät zur Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr ? bei familiärer Häufung bereits ab dem 40. Lebensjahr. ?Bei 15 Prozent der Männer finden wir eine familiäre Häufung. Das heißt, dass Vater, Bruder oder Onkel ? mindestens aber zwei Personen ? auch Prostatakrebs hatten. Bei diesen Patienten tritt der Krebs zehn Jahre früher auf. 

Die Martini-Klinik bietet daher das gesamte etablierte Spektrum aller Therapieverfahren, die individuell auf das Krankheitsbild und die Lebenssituation des Patienten abgestimmt werden. ?Das können wir wie keine andere Einrichtung in Deutschland anbieten?, ergänzt Priv.-Doz. Dr. Markus Graefen.