Fakten zur Erhaltung der Kontinenz

Das nach dem Aspekt der Heilung wichtigste Anliegen der Patienten nach einer Prostatakrebsbehandlung ist, dass die Kontinenz erhalten bleiben kann. Entscheiden sich Arzt und Patient gemeinsam für die operative Entfernung der Prostata, wird dieser Eingriff in der Martini-Klinik unter Verwendung der sogenannten FFLU Technik (Full-Functional-Length-Urethal) besonders Schließmuskel-schonend durchgeführt. Da auch die sogenannten "Potenznerven" wegen darin enthaltener sensibler Nerven einen positiven Beitrag zur frühzeitigen und kompletten Wiederherstellung der Kontinenz leisten, wird die Operation, sofern technisch und onkologisch möglich, nervschonend vorgenommen. Mittels der intraoperativ angewandten NeuroSAFE Schnellschnitt Technik gelingt eine Nerverhaltung von mindestens einem Gefäßnervenstrang bei über 97 % aller Patienten.
Durch diese ausgefeilte Operationstechnik in diesem höchst sensiblen Bereich kann die Kontinenz so meistens erhalten werden. Nach einem Jahr besteht daher bei fast 97 % aller Patienten Kontinenz (Tab. 1). Natürlich beeinflussen das Alter des Patienten, Begleiterkrankungen (z.B. neurologische Vorerkrankungen, Diabetes mellitus) sowie bereits bestehende Veränderungen von Kontinenz und Mikition die Kontinenz. 

Tab. 1 Kontinenzraten, 12 Monate nach der RRP
Anzahl benötigter Vorlagen
 innerhalb von 24 Stunden
FFLU * (n = 324)
Anzahl (%)
Non-FFLU (n = 282)
Anzahl (%)
0314 (96.9)231 (94.7)
1 - 27 (2.2) 10 (4.1)
3 - 5 2 (0.6)2 (0.8)
> 51 (0.3)1 (0.4)

* FFLU = Full-Functional-Length-Urethra
Quelle: Schlomm, T., et al. (2011). Full Functional-Length Urethral Sphincter Preservation During Radical Prostatectomy

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