Fakten zur biochemischen Rezidivfreiheit

Von den Patienten, die zwischen 1992 und 2010 von den Ärzten der Martini-Klinik mit einer radikalen Prostatektomie behandelt wurden und deren Tumor nur innerhalb der Prostata gewachsen war (pT2-Tumor), haben mehr als 87 % in den zehn Jahren nach dem Eingriff kein biochemisches Rezidiv erlitten. Die biochemische Rezidivfreiheit aller Patienten der Martini-Klinik-Ärzte – also auch der Männer, bei denen das Karzinom bereits über die Prostata hinaus gewachsen war – beträgt nach zehn Jahren 65 %.

Biochemische Rezidivfreiheit unserer Patienten nach zehn Jahren in Prozent

Die Abbildung zeigt die biochemische Rezidivfreiheit unserer Patienten je nach Tumorstadium. War der Tumor organbegrenzt (grüne Linie), konnten 87 % der Männer auch nach zehn Jahren (120 Monaten) rezidivfrei leben. Lag ein pT3a Befund vor (lila Linie), war bei mehr als 53 % unserer Patienten nach zehn Jahren kein PSA nachweisbar. Bei pT3b Tumoren (hellblaue Linie) oder pT4 Befunden (dunkelblaue Linie) waren nur noch 28 bzw. 5 % unserer Patienten biochemisch rezidivfrei.

Strahlentherapie: Hohe Heilungsrate bei früher Behandlung

Auch nach einer Strahlentherapie, einer HDR- oder LDR-Brachytherapie ist der PSA-Wert der wichtigste Marker für die Einschätzung der Heilung. Die Aussagekraft eines PSA-Wertes ist allerdings eine andere. Da ein echter „Null-Wert“ nicht üblich ist, sind Rezidive gemäß ASTRO Kriterien schwerer zu erkennen als nach einer operativen Therapie. Dennoch verläuft die Heilung nach einer Brachytherapie langfristig ähnlich wie nach der vollständigen Entfernung der Prostata. Die Heilungsrate hängt davon ab, wie früh der Tumor erkannt wurde: Je früher, desto höher ist auch nach einer Brachytherapie die Heilungsrate.