Xofigo® (Radium-223-dichlorid, Alpharadin)

Das radioaktive Nuklid Radium-223 ist ein Alpha-Strahler mit einer sehr kurzen Reichweite von unter 100 Mikrometer (weniger als 10 Zelldurchmesser). Aufgrund seiner Ähnlichkeit zu Kalzium wird das Radium-Isotop im Knochen eingebaut und besonders in Bereichen von Knochenmetastasen eingelagert, indem es Komplexe mit dem Knochenmineral Hydroxylapatit bildet. Der hohe lineare Energietransfer von Alphastrahlern (80 keV/Mikrometer) führt in angrenzenden Tumorzellen zu einer Schädigung der Zellen durch Auftreten von Doppelstrangbrüchen der DNA. 

Bayer HealthCare hat die EU-Marktzulassung für Xofigo® (Radium-223-dichlorid) als Injektionslösung für die Therapie von Erwachsenen mit kastrationsresistentem Prostata-Ca, symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen erhalten.

Die Zulassung von Xofigo® basiert auf der Phase-III-Studie ALSYMPCA (ALpharadin in SYMptomatic Prostate CAncer) an Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs (CRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen.

Die randomisierte, placebokontrollierte Studie war im Juni 2011 nach Einschluss von 922 Patienten abgebrochen worden, als eine geplante Zwischenanalyse gezeigt hatte, dass die Therapie die mittlere Gesamtüberlebenszeit (primärer Endpunkt) der Patienten von 11,2 auf 14 Monate verlängerte, was einer signifikanten relativen Reduktion um 44 % entspricht (Hazard Ratio 0,695).

Auch die mittlere Zeit bis zum Auftreten von symptomatischen skelettbezogenen Ereignissen wurde von 8,4 auf 13,6 Monate verlängert (64-prozentige Verbesserung). Die Verlängerung der Zeit bis zur externen Strahlentherapie zur Schmerzlinderung und die geringere Anzahl an Patienten, die in der Xofigo®-Gruppe von Knochenschmerzen als Nebenwirkung berichteten, weisen auf einen positiven Effekt auf Knochenschmerzen hin.

Das Gesamtsicherheitsprofil von Xofigo® beruht auf Daten von 600 Patienten, die in der Phase-III-Studie ALSYMPCA mit Xofigo® behandelt wurden. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (≥ 10 %) bei mit Xofigo® behandelten Patienten waren Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen und Thrombozytopenie.

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen waren Thrombozytopenie und Neutropenie. Eine Thrombozytopenie (alle Grade) trat bei 11,5 % der mit Xofigo® behandelten Patienten und 5,6 % der mit Placebo behandelten Patienten auf. Eine Thrombozytopenie Grad 3 oder 4 wurde bei 6,3 % der mit Xofigo® behandelten Patienten und 2 % der mit Placebo behandelten Patienten beobachtet. Eine Neutropenie (alle Grade) wurde von 5 % der mit Xofigo® behandelten Patienten und 1 % der mit Placebo behandelten Patienten berichtet. Eine Neutropenie Grad 3 oder 4 wurde bei 2,2 % der mit Xofigo® behandelten Patienten und 0,7 % der mit Placebo behandelten Patienten beobachtet. Insgesamt war die Häufigkeit einer Neutropenie Grad 3 oder 4 bei Patienten, die zuvor kein Docetaxel erhalten hatten (0,8 % der mit Xofigo® behandelten Patienten verglichen mit 0,8 % der mit Placebo behandelten Patienten), geringer als bei Patienten, die zuvor Docetaxel erhalten hatten (3,2 % der mit Xofigo® behandelten Patienten verglichen mit 0,6 % der mit Placebo behandelten Patienten).

Es wurden keine klinischen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Da Wechselwirkungen mit Calcium und Phosphat nicht ausgeschlossen werden können, sollte eine zusätzliche Zufuhr dieser Substanzen und/oder von Vitamin D einige Tage vor Beginn der Behandlung mit Xofigo® unterbrochen werden.