Qualitätsmessung an der Martini-Klinik

Über den allgemeinen Qualitätsstandard hinaus

Das Wohl der Patienten und der medizinische Erfolg stehen für uns an erster Stelle. Trotz herausragender Behandlungsergebnisse, ist es das Ziel der Martini-Klinik, sich stetig zu verbessern. Daher existiert ein differenziertes Qualitätsmanagement, welches nicht nur zur eigenen Ergebniskontrolle dient, sondern primär die Weiterentwicklung aller Beteiligten fördert. Teil dieses Systems ist die präzise Datenerhebung der Behandlungsresultate unserer Patienten. Das verwendete Qualitätsmanagement-System ist nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert und wird durch eine interdisziplinäre QM-Gruppe betreut. Ansprechpartner sind Anke Renter und Dr. Imke Thederan.

Die Martini-Klinik orientiert sich an den Leitlinien national und international anerkannter Institutionen des Faches und beteiligt sich aktiv an deren Weiterentwicklung. Von der Klinikleitung werden konkrete Qualitätsziele gesetzt, welche so formuliert sind, dass geprüft werden kann, ob und bis zu welchem Grad sie erreicht wurden. Die Martini-Klinik steht für die Vereinigung von optimaler, umfassender und auf neuesten Erkenntnissen beruhender Patientenversorgung sowie Forschung und Lehre auf dem Gebiet des Prostatakarzinoms. Das Thema Patientensicherheit wird im gesamten Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf groß geschrieben: Als Beispiel seien hier nur die digitale Patientenakte, die für ein lückenloses Dokumentationssystem sorgt sowie die zentrale Prüfung und Zuteilung der Medikamente, die Verwechslungen ausschließt, genannt.

Value Based Healthcare

Seit 1992 befragen wir unsere Patienten regelmäßig, um die Ergebnisqualität unserer Behandlungen zu erfahren. Dabei geht es um Qualität, die dem Patienten wichtig ist: Lebensqualität in Form von Heilungsrate, Kontinenz und Potenz. Die Ergebnisse dieser Befragungen haben uns geholfen, die operative Therapie immer wieder zu verbessern. So hat die präzise Präparation und Erhaltung des Harnröhrenschließmuskels deutlich mehr Patienten zur Erhaltung ihrer Kontinenz verholfen und die Anwendung der NeuroSAFE-Technik bei wesentlich mehr Patienten die Schonung der für die Potenz verantwortlichen Nerven ermöglicht. Zudem können wir jeden neuen Patienten, in Hinblick auf die Krebsheilungsrate in seinem spezifischen Fall und über die funktionellen Ergebnisse wie Kontinenz und Potenz mit eigenen Daten informieren und beraten.

Neben der Forschung dienen die Daten auch unserer klinikeigenen Qualitätskontrolle. In der Regel weiß ein chirurgisch tätiger Arzt nicht, was nach Jahren aus seinen Patienten geworden ist, da diese von den niedergelassenen Fachärzten weiter betreut werden. Hier in der Martini-Klinik nutzen unsere operierenden Ärzte die Daten, um ihre Behandlungsergebnisse bezüglich Potenz und Kontinenz der Patienten zu überprüfen und zu vergleichen. Schon bei einer kleinen Aweichung des hohen Standards greifen wir korrigierend ein: Die folgenden Eingriffe des jeweiligen Operateurs werden dann begleitet, um jeden Handgriff wieder zu perfektionieren. Bei einer positiven Abweichung, wird die Modifikation von den anderen Operateuren trainiert und zum Standard erhoben. Dieses strenge, aber sehr effektive Vorgehen zum Wohl der Patienten ist weltweit außergewöhnlich.

Qualitätsvorschriften und Zertifizierungen

Ende 2007 erhielt die Martini-Klinik als eines der ersten Prostatakrebszentren eine nach strengen Kriterien kontrollierte Zertifizierung von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. Die dafür notwendigen fachlichen Anforderungen werden jährlich von dem unabhängigen Zertifizierungsinstitut OnkoZert überprüft. Der zuständige Koordinator der Martini-Klinik ist Prof. Dr. Thorsten Schlomm.

Gemäß des Sozialgesetzbuchs ist seit 2005 jedes Plankrankenhaus dazu verpflichtet, alle zwei Jahre einen sogenannten "Strukturierten Qualitätsbericht" zu erstellen und zu veröffentlichen. Mit diesem Bericht soll eine noch größere Transparenz geboten werden – sowohl den Patienten als auch den Krankenkassen. Die Martini-Klinik ist als Privatklinik dazu nicht verpflichtet und hat bislang freiwillig die Daten des Prostatakarzinomzentrums in einem strukturierten Qualitätsbericht dargestellt.