Das Genom-Projekt

Eine maßgeschneiderte Behandlung für jeden Krebspatienten, um unwirksame oder übermäßige Therapien und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Das ist das vorrangige Ziel heutiger Krebsforschung.

Eine wichtige Grundlage dafür ist das Wissen über die genetischen Ursachen der Krebsentstehung. Weltweit arbeiten Wissenschaftler im "Internationalen Krebs Genom Konsortium" (ICGC) daran, die Genome von 50 Krebsarten zu entschlüsseln. Mit den bundesweiten Forschungsverbünden zu den wichtigen Krebsarten Prostatakrebs und Maligne Lymphome beteiligen sich zwei weitere deutsche Projekte am Internationalen Krebs Genom Konsortium, das gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 22. Juni 2010 in Berlin bekannt. Das BMBF fördert die Verbünde bis 2015 mit insgesamt 15 Millionen Euro.

Der Forschungsverbund des ICGC zum Prostatakrebs wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Martini-Klinik geführt. Das Ziel ist es, bis 2015 die vollständigen Genome von Prostatatumoren zu entziffern.

Zusätzlich ist die Martini-Klinik in Kooperation mit dem Institut für Pathologie des UKE seit Oktober 2013 im US-Amerikanischen TCGA (The Cancer Genome Atlas) an der genetischen Erforschung des Prostatakarzinoms beteiligt. 

Erste Ergebnisse: Krebsauslöser entdeckt

Im Frühjahr 2012 wurde das Ergebnis erster Erhebungen bekannt:  Bei jüngeren Prostatakrebspatienten konnten hormonabhängige Genfusionen festgestellt werden. Die Erkenntnis, dass das Hormon Testosteron ein bestimmtes Gen verändern und somit Prostatakrebs auslösen kann, ermöglicht neue Chancen in der Entwicklung von Früherkennungsmaßnahmen und Präventivbehandlungen.

Das Internationale Krebs Genom Konsortium ist das größte und ehrgeizigste biomedizinische Forschungsprojekt seit dem Humanen Genom-Projekt, bei dem es gelang, das Genom des Menschen vollständig zu entschlüsseln.