Eine Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Ein Arzt zeigt auf den Monitor eines Ultraschallgeräts

Gezielte Probeentnahme aus suspekten Arealen durch Ultraschall-Elastographie

Die Ultraschall-Elastographie (UE) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem Verhärtung (Elastizität) des Gewebes, also der Widerstand des Prostatagewebes, gegen Verformung gemessen wird. Die unterschiedlichen Gewebehärten werden dann im Elastogramm, dem Ultraschallbild, in verschiedenen Farben dargestellt. Durch diese Technik können harte und tumorverdächtige Areale aufgespürt werden. Das tumorverdächtige Gewebe in der Prostata wird farblich auf dem Monitor sichtbar gemacht, so kann der erfahrene Arzt mögliche Tumorbereiche erkennen und direkt eine oder mehrere gezielte Biopsien im Tumorbereich entnehmen.

Studien zeigen, dass die UE beim Aufspüren von Tumorbereichen in der Prostata deutlich aussagekräftigere Ergebnisse als der herkömmliche Ultraschall erzielt.

Bei der Ultraschall-Elastographie Biopsie erfolgt die Untersuchung wie beim herkömmlichen Ultraschall transrektal, also durch den Enddarm. Diese Biopsien werden dann schnellstmöglich vom Pathologen untersucht, damit Sie nicht lange auf eine Diagnose warten müssen.

Martini-Klinik

Durch dieses Thema begleitet Sie

Prof. Dr. Georg Salomon
Mitglied der Faculty

Wie funktioniert die Ultraschall-Elastographie?

Die Ergebnisse der Elastographie sind klinisch relevant, d.h. die Verbesserung im Aufspüren von Tumorbereichen ist in vielen Studien mit großen Serien nachgewiesen worden.

Im Vergleich zu großapparativen Methoden (multiparametrische MRT) hat die ultraschallbasierte Elastographie folgende Vorteile: 

  • schneller durchzuführen 
  • eine Probeentnahme unter Sicht in gleicher Sitzung (Dauer ca. 10 - 15 Minuten).

Eine Publikation zeigt einen Vorteil der Elastographie für die Erkennungsgenauigkeit für den vorderen und mittleren Teil der Prostata gegenüber der mutltiparametrischen MRT-Untersuchung. Letztere widerum zeigt Vorteile im hinteren Drittel sowie in den zentralen (bauchwärts) gerichteten Arealen der Prostata. Somit sind aus unserer Sicht beide Methoden sinnvoll. Eine Anwendung einer dieser Methoden sollte individuell besprochen werden.

Ihre Ansprechpartner vor Ort:
Dr. Ann Beckmann und
Prof. Dr. Georg Salomon

Phantommodell der Echtzeit-Elastographie

Echtzeit-Elastographie

Unerkannte Areale können im normalen transrektalen Ultraschall sichtbar (blau) gemacht werden. Unter Zuhilfenahme einer Ziellinie (grün gepunktet) können diese Areale dann in Echtzeit (während derselben Untersuchung) anvisiert werden. Dies ermöglicht eine punktgenaue, gezielte Probenentnahme. 

Sagittal-Aufnahme

Hier zeigt sich die Prostata in einem Bereich von vorne (rechts) nach hinten (links) in Richtung Blase. Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt weitestgehend Unauffälligkeiten. Unter der Hinzunahme der Elastographie (farbiges Bild) wird nun Tumorauffälliges, also Verhärtungen (blau) im oberen Bereich der Prostata deutlich abgrenzbar.

Transversal-Aufnahme

Noch besser ist die Abgrenzbarkeit in der Transversal (Querschnitts-) Aufnahme zu erkennen. Hier zeigt sich im linken oberen Bereich ein tumorsuspektes Areal (blau). Hier können dann gezielt unter Sicht und in Echtzeit Proben entnommen werden.