Ein ergänzender Parameter in der Diagnostik.

Die Herausforderung für Urologen ist, keinen gefährlichen Krebs zu übersehen, und gleichzeitig nicht jede harmlose Tumorerkrankung grundlos zu behandeln. Der PCA3-Test kann in diesem Zusammenhang eine zusätzliche Informationsquelle für die weitere Behandlung sein. Für den Patienten hat der Test Vorteile: er ist einfach durchzuführen und nicht belastend.

Bei dem PCA3-Test handelt es sich um eine einfache Urinuntersuchung. Wenn PSA-Wert, Tastuntersuchung oder Ultraschall den Verdacht nahe legen, es könnte eine Krebserkrankung vorliegen, kann die Probe auf das PCA3-Molekül untersucht werden.

Dabei macht sich der Test zunutze, dass die Konzentration des Moleküls in Krebs-Zellen der Prostata fast 100-mal höherer ist, als in normalen Prostatazellen. Ein erhöhter PCA3-Messwert deutet somit auf Krebszellen hin. Ein niedriger PCA3-Wert macht dies eher unwahrscheinlich. Ab einem PCA3-Wert (dem sogenannten Score) von über 35 ist die Wahrscheinlichkeit eines positiven Befundes erhöht, liegt der Wert darunter, ist die Wahrscheinlichkeit eher niedrig.

Bislang ist die Entnahme von Gewebe aus der Prostata (Biopsie) die einzige Möglichkeit, Prostatakrebs sicher zu diagnostizieren. Der PCA3-Test kann aber ein weiterer Fingerzeig sein, ob eine Biopsie notwendig ist. Möglicherweise kommen Arzt und Patient nach dem Test zu dem Schluss, dass wachsames Abwarten die bessere Alternative ist.