Ein Indiz für Veränderungen der Prostata

Ein Bluttest, der sogenannte PSA-Test, kann bereits frühzeitig einen wichtigen Hinweis auf Prostatakrebs geben. Der Test weist nach, in welcher Höhe ein Eiweißstoff mit dem Namen „Prostataspezifisches Antigen“ vorliegt. Dieser Botenstoff wird nur in der Prostata gebildet. 

Mit steigendem PSA-Wert nimmt das Risiko zu, dass eine Prostatakrebserkrankung vorliegt. Ein echter Schwellenwert, unterhalb dessen ein Prostatakarzinom ausgeschlossen ist, existiert nicht. Ebenso müssen auch erhöhte Werte nicht immer durch ein Prostatakarzinom bedingt sein sondern können auch häufig durch gutartiges Wachstum der Prostata oder durch entzündliche Prozesse entstehen. Der PSA-Wert ist also kein Botenstoff für Prostatakrebs sondern für gutartige oder bösartige Veränderungen der Prostata. 

Im Rahmen der Krebsfrüherkennung werden neben der absoluten Höhe des gemessenen PSA-Wertes auch Änderungen der PSA-Konzentration über die Zeit –die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit- oder die Höhe des PSA-Wertes im Verhältnis zum Alter des Mannes (die altersspezifischen PSA-Werte) herangezogen, um zu entscheiden, ob eine weitere Diagnostik notwendig ist. Ein erhöhter PSA-Wert allein stellt also noch keine gesicherte Diagnose für ein Prostatakarzinom dar. Weitere Untersuchungen sind deshalb notwendig, um dem Verdacht nachzugehen.

Traditionell wurden bei einem PSA-Wert von über 4 ng/ml weitere Untersuchungen, insbesondere eine Gewebsprobenentnahme (Biopsie) aus der Prostata durchgeführt. Heute unterscheidet man stärker: Absolute Höhe des PSA-Wertes, Änderungen über die Zeit und altersspezifische PSA-Werte werden in diesen Entscheidungsprozess einbezogen. Bei jüngeren Patienten sollte daher auch ein PSA-Wert von unter 2,5 ng/ml mit dem betreuenden Urologen besprochen werden, insbesondere wenn sich der Wert innerhalb eines kürzeren Zeitraumes von niedrigeren Werten aus erhöht hat.

PSA-Normwerte abhängig vom Alter:
AlterNormalwert
50 - 59 JahreUnter 3,0 ng/ml
60 - 69 Jahre Unter 4,0 ng/ml
Über 70 JahreUnter 5,0 ng/ml

In der Öffentlichkeit wurde der PSA-Test in den letzten Jahren kritisch bewertet. Durch die vielen möglichen Auslöser für einen erhöhten Wert wird vor eine Übertherapie, also vor unnötigen Behandlungen mit möglichen Nebenwirkungen, gewarnt. Die qualitativ hochwertige Europäische Screening-Studie (ERSPC) hat jedoch bewiesen, dass das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu sterben bei regelhafter PSA-Vorsorge halbiert werden kann - unter deutlicher Senkung der Rate derer, die unnötig entdeckt wurden. 

Wir sind der Meinung, dass der PSA-Test eine wichtige Vorsorge-Untersuchung ist. Um einer Übertherapie entgegenzuwirken müssen die durch den PSA-Test entdeckten Tumore und ihre Träger besser charakterisiert werden sodass eine genauere Abschätzung des von dem Tumor ausgehenden Risikos erfolgen kann. Wenn das Risikoprofil des diagnostizierten Karzinoms es zulässt, besteht die Möglichkeit der Aktiven Überwachung als nicht-invasive Therapieform. Solange der Tumor in den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen keinen aggressiven Progress zeigt, kann die Beobachtung fortgesetzt und ein Eingriff vermieden werden. Eine Übertherapie in Form eines Eingriffes wird so vermieden. 

Im Spiegel der Presse

Prostatakrebs: Testen oder nicht?

15.04.2014 / Focus

Prostatakrebs: Testen oder nicht?

Der Nutzen des Tests auf das prostataspezifische Antigen (PSA) ist umstritten: Eine Studie soll nun klären, wann flächendeckende Tests sinnvoll sind