Verborgenes sichtbar machen: unter leichtem Druck wird härteres Tumorgewebe aufgespürt.

Die sogenannte Ultraschall-Elastographie (UE) ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem tumorverdächtiges Gewebe in der Prostata farblich auf dem Monitor sichtbar gemacht werden kann. Dabei misst die UE die Verhärtung (Elastizität) des Gewebes, also den Widerstand des Prostatagewebes. Durch diese Technik können harte und tumorverdächtige Areale aufgespürt werden. Die UE erzielt beim Aufspüren von Tumorbereichen in der Prostata deutlich aussagekräftigere Ergebnisse als der herkömmliche Ultraschall.

Die Ergebnisse der Elastographie sind klinisch relevant, d.h. die Verbesserung im Aufspüren von Tumorbereichen ist in vielen Studien mit großen Serien nachgewiesen worden.

Im Vergleich zu großapparativen Methoden (multiparametrische MRT) hat die ultraschallbasierte Elastographie folgende Vorteile: 

  • schneller durchzuführen 
  • eine Probeentnahme unter Sicht in gleicher Sitzung (Dauer ca. 10 - 15 Minuten).
                                       








Ihre Ansprechpartner vor Ort:
Frau Ann Beckmann und
Herr PD Dr. Georg Salomon
 

Eine Publikation zeigt einen Vorteil der Elastographie für die Erkennungsgenauigkeit für den vorderen und mittleren Teil der Prostata gegenüber der mutltiparametrischen MRT-Untersuchung. Letztere wiederum zeigt Vorteile im hinteren Drittel sowie in den zentralen (bauchwärts) gerichteten Arealen der Prostata. Somit sind aus unserer Sicht beide Methoden sinnvoll. Eine Anwendung einer dieser Methoden sollte individuell besprochen werden.

Echtzeitbiopsie
Sagittal-Aufnahme
Transversal-Aufnahme
Bei der Echtzeit – Elastographie können im normalen transrektalen Ultraschall unerkannte Areal sichtbar (blau) gemacht werden. Unter Zuhilfenahme einer Ziellinie (grün gepunktet) können diese Areale dann in Echtzeit (während derselben Untersuchung) anvisiert werden. Dies ermöglicht eine punktgenaue, gezielte Probenentnahme. 

Zur Demonstration der Echtzeit-Elastographie finden Sie hier das Prinzip anhand eines Phantommodelles veranschaulicht. Die Sagittal-Aufnahme zeigt die Prostata in einem Bereich von vorne (rechts) nach hinten (links) in Richtung Blase. Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt weitestgehend Unauffälligkeiten. Unter der Hinzunahme der Elastographie (farbiges Bild) wird nun Tumorauffälliges, also Verhärtungen (blau) im oberen Bereich der Prostata deutlich abgrenzbar. Noch besser ist die Abgrenzbarkeit in der Transversal (Querschnitts-) Aufnahme zu erkennen.
Hier zeigt sich im linken oberen Bereich ein tumorsuspektes Areal (blau).

Hier können dann gezielt unter Sicht und in Echtzeit Proben entnommen werden.