Das Standardverfahren

Das Standardverfahren bei einer Biopsie ist heute die transrektale Prostatastanzbiopsie unter Ultraschall-Kontrolle (TRUS). Dieses Verfahren wird auch in der Martini-Klinik angewendet.

Transrektal, das bedeutet der Zugang erfolgt durch den Mastdarm im Unterschied zu transperinealen Zugang, bei dem die Probe durch den Damm entnommen  wird. Bei der Stanzbiopsie wird durch eine Nadel hindurch ein dünner Gewebezylinder aus der Prostata ausgestanzt; bei einer Nadelbiopsie wieder lediglich Zellmaterial angesaugt (Aspirationsbiopsie). Die transperineale Nadelbiopsie weist zwar ein etwas geringeres Infektionsrisiko auf, während des Eingriffes ist ist jedoch eine Betäubung (örtlich oder „Rückenmarksnarkose“) erforderlich. Das wichtigste Kriterium, für die Durchführung einer Stanz- im Gegensatz zu einer Aspirationsbiopsie ist, dass aus der Stanzbiopsie eine präzisere Diagnose als aus aspiriertem Zellmaterial gestellt werden kann. 

Zur Prostatabiopsie wird die Ultraschallsonde in den Darm eingeführt. Diese Sonde enthält einen Kanal, durch den sich die Biopsienadel in den Zielbereich vorschieben lässt. Das Ausstanzen der Gewebezylinder erfolgt mit einem speziellen Apparat blitzschnell und somit kaum spürbar. Im Großteil der Fälle ist lediglich das Klicken des Biopsiapparates hörbar.

Bei einer Erstbiopsie werden in der Regel nach einem festen Schema 10 - 12 Gewebezylinder entnommen. Zusätzlich kann eine Entnahme aus tastbaren Knoten oder aus im Ultraschall- oder MRT-Bild verdächtigen Arealen infrage kommen. Jede Probe kommt in ein separates Gefäß, damit Entnahmeort und Befund später zugeordnet werden können.

Für schwierige Re-Biopsien und Aktive Überwachung sind  auch folgende Biopsieverfahren geeignet.

Eine Ultraschall-Elastographie erzielt beim Aufspüren von Tumorbereichen in der Prostata deutlich aussagekräftigere Ergebnisse als der herkömmliche Ultraschall. Bei schwierigen Biopsien kann dieses Verfahren angezeigt sein.

Die Martini-Klinik arbeitet zudem als eines der ersten Prostatazentren Deutschlands mit hochmodernen 3D-Bildgebungsverfahren, die die Diagnosemöglichkeiten deutlich verbessern. Diese Verfahren sind besonders für schwierige Re-Biopsien und Aktive Überwachung geeignet.