MRT-3D-TRUS-Fusionsbiopsie mit Bildspeicherung

Bei der Fusionsbiopsie wird nicht nur aus einer konventionellen Ultraschallaufnahme in Sekundenschnelle ein dreidimensionales Bild der Prostata errechnet und in das Livebild eingespielt (3D-TRUS-Biopsie). Jetzt wird auch noch das MRT-Bild mit dem Live-Ultraschallbild kombiniert, sodass beide Bilder des Organs genau übereinander liegen.

Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) können bestimmte anatomische und funktionelle Aspekte von definierten Arealen innerhalb der Prostata sichtbar gemacht werden. Diese Informationen können die Darstellung der ultraschallbasierten Bildgebungsmethoden ergänzen. Bei der Fusionsbildgebung wird das MRT-Bild mit dem Livebild des 3D-TRUS-Ultraschalls vereinigt. So können Informationen über suspekte Areale aus den zwei Verfahren während der transrektalen Biopsie kombiniert genutzt werden.

Da verändertes Gewebe im MRT zum Teil besser zu erkennen ist, kann der Arzt es bei der Probeentnahme jetzt exakter mit der Biopsienadel ansteuern.

Durch die Fusionsbildgebung kann bei einer Re-Biopsie oder bei Vorliegen neuer MRT-Befunde das 3D-Fusionsbild wieder aufgerufen werden und die Präzision bei Re-Biopsien erhöhen.

„Unser Ziel ist es, niedergelassene Urologen und ihre Patienten bei unklaren Befunden mit dieser Technik zu unterstützen. Denn therapiert wird erst, wenn eine Krebserkrankung durch Gewebeproben nachgewiesen wird."

Priv.-Doz. Dr. Lars Budäus

Die Fusionsbiopsie bietet die Möglichkeit, früher Klarheit insbesondere bei Verdacht auf eine atypische Tumorlokalisation zu erreichen und im Falle von aktiven Überwachungsprotokollen präzise Wiederholungsbiopsien durchzuführen.

Studien zeigen eine deutlich präzisere Prostatakarzinomdiagnostik

Leitlinengemäß kann die Fusionsbiopsie nach einer ersten negativen Standardbiopsie verwendet werden. Im klinischen Alltag wird jedoch gehäuft schon in der Primärdiagnostik eine Fusionsbiopsie durchgeführt. In einer hochrangig im New England Journal of Medicine publizierten Studie (PRECISION-Studie) wurden die Standardbiopsie und die Fusionsbiopsie verglichen. Hierbei zeigte sich, dass klinisch signifikante Tumore (38% vs. 26%) besser detektiert wurden.

Gleichzeitig wird der Anteil von, in der Regel nicht therapiewürdigen, Zufallsfunden kleinster Tumore von 22% auf 9% reduziert. Dieses Phänomen deckt sich mit eigenen Erfahrungen aus mittlerweile über 1.300 MRT‐ basierten, in der Martini‐Klinik durchgeführten, Fusionsbiopsien bei denen relevant viele Tumore in Bereichen der Prostata lokalisiert wurden, die mit der traditionellen, ultraschallgestützten Standardbiopsie nur schwer entdeckt werden.

Der Ablauf dieser Biopsie ist annährend identisch mit einer normalen transrektalen Biopsie.

Informationsflyer

                                     

 

 

 



Ihre Ansprechpartner vor Ort:
Frau Caren Linse und
Herr PD Dr. Lars Budäus

Terminvereinbarung

Im Rahmen der Sondersprechstunde besteht die Möglichkeit eine 3D-Biopsie oder bei Vorliegen von Prostata-MRT-Daten eine 3D-MRT-Fusionsbiopsie durchzuführen.
Bitte bringen Sie Ihre medizinischen Unterlagen inklusive Befund und ggf. die MRT-Daten auf einer DVD zum vereinbarten Untersuchungs­termin mit.

Nähere Informationen unter +49 (0)40 7410-28672

Kosten der 3D-Biopsien

Die Indikation zur Durchführung einer 3D-TRUS-­Biopsie, bzw. einer MRT-Ultraschallfusionsbiopsie mit Bildspeicherung ist individuell sorgfältig abzuwägen. Dies geschieht in der Regel im Rahmen der Beratung bzw. telefonisch vor der Vorstellung.
Die Kosten werden gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in Rechnung gestellt und nicht von allen Krankenversicherungen übernommen. Bitte klären Sie die Kos­tenübernahme mit Ihrer Krankenversicherung und sprechen Sie uns bei weiteren Fragen gern an.

Bitte sprechen Sie Ihre Krankenversicherung an, ob diese Kosten übernommen werden, sprechen Sie uns bei weiteren Fragen gerne direkt an.

Zielgerichtetes MRT oder Standardbiopsie zur Diagnostik von PCa

April 2018 / New England Journal of medicine

Zielgerichtetes MRT oder Standardbiopsie zur Diagnostik von PCa

Die verbesserte Risikostratifizierung durch den Einsatz des multiparametrischen MRT zur Diagnostik von Prostatakrebs könnte ein Paradigmenwechsel der bisherigen Durchführung der Prostatabiopsie einläuten.