PCA3-Test

Was ist der PCA3-Test?

Beim PCA3-Test werden Prostatazellen aus einer Urinprobe analysiert. Dabei wird ein PCA3-Score ermittelt, der das Risiko aufzeigt, in einer Prostatabiopsie ein Karzinom nachzuweisen. Als aussagekräftig erscheint der Test insbesondere dann, wenn die PSA-Werte auffällig sind und fraglich ist, ob eine (weitere) Biopsie einen Tumornachweis bringt.
Nach gegenwärtigem Stand der Forschung ist das Prostate Cancer Antigen 3 im Gegensatz zum Prostataspezifischen Antigen (PSA) spezifisch für das Prostatakarzinom. Der Test basiert auf der quantitativen Messung von PCA3mRNA im Initialurin nach Prostatamassage. Um die Menge an PCA3mRNA in ein Verhältnis zur Menge an Gesamt-mRNA zu bringen, wird zusätzlich die Konzentration der Prostataspezifischen Antigen-Messenger-RNA (PSAmRNA) im Urin bestimmt. Aus dem Verhältnis von PSAmRNA x 1.000 zu PCA3mRNA wird der PCA3-Score ermittelt.


Ergänzender Parameter zur PSA-Bestimmung

Der PCA3-Score quantifiziert das Risiko eines Prostatakarzinomnachweises in der Prostatabiopsie. Liegt der PCA3-Score über dem Schwellenwert von 35, ist die Wahrscheinlichkeit eines positiven Biopsiebefundes erhöht. Liegt der PCA3-Score darunter, ist die Wahrscheinlichkeit eher erniedrigt (siehe Abbildung links).
Der PCA3-Score ist nach gegenwärtigem Stand kein Test, der ein Ja-Nein-Ergebnis liefert, da sowohl Patienten mit einem erhöhten PCA3-Score ohne Tumornachweis in der Biopsie bleiben, als auch Patienten mit niedrigerem PCA3-Score Prostatakarzinomträger sein können. Der PCA3-Test ist somit ein ergänzender Parameter zur PSA-Bestimmung und zur Bestimmung des %fPSA.


Nutzen des PCA3-Tests

Zunehmend werden Patienten bei erhöhtem PSA-Wert, suspekter PSA-Anstiegsgeschwindigkeit oder suspektem Anteil des freien PSA im Rahmen der Früherkennung des Prostatakarzinoms einer Prostatabiopsie unterzogen. Dabei bleibt der größere Anteil an Patienten ohne Tumornachweis, so dass die meisten Patienten unnötig biopsiert werden. Ein wesentliches Ziel der täglichen Praxis wie auch der Forschung ist es, diese Anzahl an unnötigen Biopsien zu reduzieren. Nach gegenwärtigem Stand der Forschung kann der PCA3-Test geeignet sein, dieses zu ermöglichen. Dem Urologen steht durch adäquate Beratung der Patienten über die Möglichkeiten und Grenzen des PCA3-Testes ein wesentliches, zusätzliches Kompetenzinstrument zur Verfügung.


Prognostische Wertigkeit des PCA3-Tests

Durch die Bestimmung des PCA3-Scores haben wir die Möglichkeit, die bisher vorliegenden Ergebnisse aus den USA, aber auch aus multizentrischen europäischen Studien, weiter zu überprüfen und ggf. zu bestätigen. Wir werden in regelmäßigen Abständen die zuweisenden Kollegen kontaktieren, um beispielsweise den weiteren klinischen Verlauf der Patienten und besonders das Ergebnis einer eventuell durchgeführten Biopsie zu erfragen. Dieses Vorgehen soll eine möglichst rasche Erweiterung der Datenbasis gewährleisten, mit der die prognostische Wertigkeit des PCA3-Testes geklärt werden kann.

Insbesondere soll geklärt werden, zu welchem Zeitpunkt eine PCA3-Bestimmung sinnvoll ist: etwa vor der ersten Biopsie, vor der zweiten Biopsie oder vor der Sättigungsbiopsie.

Neben der Früherkennung wird gegenwärtig postuliert, dass PCA3 auch mit dem Tumorvolumen und dem Gleason-Grad des Prostatakarzinoms korreliert. Erste Studien deuten an, dass der PCA3-Score in kleinen, weniger aggressiven Prostatakarzinomen, die möglicherweise einer aktiven Überwachung unterzogen werden können, niedriger ist als in großvolumigen, aggressiven Prostatakarzinomen, die therapiert werden sollten. Auch hier gilt es, die vorhandenen Daten zu ergänzen, um eine Bewertung des PCA3 für diese Anwendung zu ermöglichen. Nur durch klinische Forschung können wir die oben genannten Fragen für uns, für den niedergelassenen Arzt, aber vor allem für den Patienten beantworten.

Eine Arbeit zum klinischen Nutzen des PCA3 für Wiederholungsbiopsien ("Clinical utility of the PCA3 urine assay in European men scheduled for repeat biopsy"), an der Ärzte der Martini-Klinik maßgeblich beteiligt waren, finden Sie hier.

Das Faltblatt "Bestimmung des Prostate Cancer Antigen 3 (PCA3)" finden Sie hier zum Herunterladen.


Kontakt, Anfordern der PCA3-Test-Sets

Fragen zum Test beantworten Ihnen gern:

PD Dr. Alexander Haese
E-Mail: haese@martini-klinik.de

PD Dr. Felix Chun
E-Mail: chun@uke.uni-hamburg.de

Telefon: +49 (0)40 74 10 513 13

Auch die PCA3-Test-Sets für Ihre Patienten mit Teströhrchen und die dazugehörigen Unterlagen können Sie direkt bei PD Dr. Haese und PD Dr. Chun anfordern.

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