Martini-Nomogramme


Ein Instrument für Ärzte und Patienten

Die Martini-Nomogramme sollen Ärzte und Patienten bei der Entscheidungsfindung helfen, welche Biopsie- bzw. Behandlungsstrategie in ihrem Fall den größten Nutzen bringen wird.
Patienten, die das Instrument verwenden, sollten unbedingt mit einem Arzt sprechen, bevor sie sich für eine Therapieoption entscheiden. Wir betonen, dass die Prognosen unserer Nomogramme keinen Ersatz für den Prozess der Entscheidungsfindung sind, sondern lediglich ein Hilfsmittel darstellen, mit dem der Arzt auf streng evidenzbasierter Grundlage eine Entscheidung fällt.


Was sagt das Instrument aus?

Eine Kombination aus verschiedenen klinischen oder krankheitsbezogenen Faktoren fließt in die Martini-Nomogramme für Erst- bzw. Wiederholungsbiopsie und Stadienbestimmung ein - vom PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) über %fPSA (Ratio zwischen freiem und gebundenen PSA) und die digital-rektale Untersuchung bis hin zum detaillierten Biopsiebefund. 

Bei Männern mit erhöhtem Prostatakrebsrisiko ermitteln unsere Nomogramme die statistische Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Erst- oder Wiederholungsbiopsie oder erweiterten Sättigungsbiopsie ein Prostatakarzinom entdeckt wird. 

Für Männer, bei denen bereits ein Prostatakrebs diagnostiziert wurde, prognostizieren die Nomogramme die Wahrscheinlichkeit für eine signifikante Krebserkrankung, Befall der prostatischen Übergangszone, Erhöhung des Gleason-Scores zwischen Biopsie und endgültigem Prostatektomie-Befund, Kapseldurchbruch oder Samenblaseninfiltration zum Zeitpunkt der Operation sowie Lymphknotenbefall auf der Grundlage einer ausgedehnten Lymphknotendissektion.

Bei Männern, die sich bereits einer radikalen Prostatektomie unterzogen haben, gibt das Instrument die Wahrscheinlichkeit des Überlebens ohne erneuten PSA-Anstieg an.


Für wen ist das Instrument geeignet?

Für Männer mit erhöhtem Prostatakrebsrisiko: Das Instrument ist für die Anwendung bei Patienten bestimmt, bei denen eine Biopsie sinnvoll sein könnte, weil sie erstmals, erneut oder ständig einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs unterliegen.

Für Patienten vor der ersten Behandlung: Das Instrument ist auch für Patienten bestimmt, bei denen das Vorliegen von Prostatakrebs durch eine Biopsie gesichert ist. Im Biopsiebefund sollten, neben der Gleason-Score-Angabe, die Biopsieanzahl sowie detaillierte Informationen zum Ausmaß, Lokalisation des Befundes enthalten sein. Außerdem muss bei dem Patienten ein PSA-Bluttest durchgeführt worden sein, entweder vor oder spätestens zehn Tage nach der Biopsie sowie, wenn eine Hormontherapie eingeleitet worden ist, nicht nach Beginn der Hormontherapie. Abschließend sollte das klinische Stadium der Erkrankung nach dem Klassifikationssystem der UICC von 1992/2002 bestimmt worden sein.

Für Patienten nach der Therapie: Teile des Instruments sind für die Anwendung bei Patienten geeignet, die sich wegen Prostatakrebs einer Prostatektomie unterzogen haben. Hier werden Informationen zum pathologischen Endbefund nach erfolgter Operation, wie z.B. das pT-Stadium, der Gleason-Score oder ähnliches benötigt.


Anwendung

Für die Nomogramme muss keine spezielle Software heruntergeladen werden, sie lassen sich in jedem gängigen Browser verwenden.


Kontakt

Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht an chun@martini-klinik.de (PD Dr. Felix Chun).


Hinweis

Die Ergebnisse des hier vorgestellten Prognose-Instruments sind als Hilfestellung bei der klinischen Entscheidungsfindung gedacht. Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie eine Entscheidung treffen.


Zu den Martini-Nomogrammen

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